Sainsbury
Kauffreudige Briten schütteln Krise ab

Es ist eine kleine Sensation: In kaum einem Industrieland läuft die Konjunktur so schlecht wie in Großbritannien. Gleichzeitig aber macht der britische Einzelhandel gute Geschäfte. Sainsbury hat mit einem üppigen Gewinn überrascht. Auch andere Einzelhändler machen gute Umsätze.
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LONDON. Sainsbury, die Nummer drei unter den britischen Supermarktketten, hat zwischen April und September einen Gewinn vor Steuern und Einmalposten von 307 Millionen Pfund (343 Millionen Euro) erwirtschaftet. Das ist fast 20 Prozent mehr als in der ersten Hälfte des abgelaufenen Geschäftsjahres, teilte das Unternehmen gestern mit. Analysten hatten mit einem kleineren Plus gerechnet. Der Aktienkurs stieg gestern im Tagesverlauf um vier Prozent auf 340 Pence.

Auch Tesco, der Branchenführer, hat im selben Zeitraum seinen Gewinn deutlich gesteigert, ebenso wie kleinere, feinere Supermarktketten wie Waitrose. Asda, die Nummer zwei unter den britischen Lebensmittelhändlern und Teil des amerikanischen Konzerns Walmart, legt am heutigen Donnerstag Zahlen vor. Analysten erwartet ebenfalls üppige Gewinne bei Asda.

Kosumenten greifen freudig zu

Die Briten geben offenbar nicht nur unbeschwert Geld für Lebensmittel aus, sondern auch für Kleidung. So meldete die traditionsreiche Kaufhauskette Marks & Spencer vergangene Woche für das erste Halbjahr bis Ende September einen überraschenden Gewinn von 224 Millionen Pfund. Auch der Start ins dritte Quartal sei erstaunlich erfreulich gewesen, sagte Vorstandschef Stuart Rose. Ähnlich erging es dem Konkurrenten Next. Die Modekette hob angesichts der guten Zahlen den Ausblick für das laufende Quartal an.

Vom Konsumentenstreik ist in Großbritannien nichts zu spüren - auch wenn sich das in den offiziellen statischen Daten noch nicht niederschlägt. Das Bruttoinlandsprodukt ist im dritten Quartal erneut geschrumpft. Seit 18 Monaten befindet sich das Königreich damit in der Rezession - so lange wie noch nie seit den 50er-Jahren.

Dass die britischen Einzelhändler die Krise offenbar hinter sich gelassen haben, erklären Experten unter anderem mit einem Faktor: "Die Unternehmen haben sich auf das Schlimmste vorbereitet, und das Schlimmste ist nicht eingetreten", sagte ein Analyst von Credit Suisse.

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