Samstag letzter Tag
Sommerschlussverkauf leidet unter Hitze

Der Sommerschlussverkauf hat in seinem möglicherweise letzten Jahr unter der anhaltenden Hitze gelitten. Kurz vor Ende der beiden Rabattwochen an diesem Samstag zog der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) am Freitag eine insgesamt zufriedenstellende Bilanz.

HB/dpa BERLIN. Allerdings hätten die Temperaturen von teilweise deutlich über 30 Grad in der zweiten SSV- Woche ihren Tribut gefordert. Vor allem an den Nachmittagen blieben viele Geschäfte und Kaufhäuser leer. Passend zum Wetter war leichte Kleidung am meisten gefragt - T-Shirts, Sommerkleider und Sandalen.

Zum „Schlussverkaufs-Kehraus“ an diesem Samstag versprach der Handelsverband nochmals weitere Rabatte. Einzelne Geschäften geben dann bis zu 90 %. Der Samstag könnte zum allerletzten Tag in der hundertjährigen Schlussverkaufsgeschichte werden. Nach den Plänen der rot-grünen Koalition sollen die Schlussverkäufe in ihrer heutigen Form abgeschafft werden. Künftig sollen Rabatt-Aktionen einfacher möglich sein. Dazu soll das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) geändert werden.

Nach einer HDE-Umfrage unter seinen Mitgliedsunternehmen war der SSV 2003 „insgesamt erfolgreich“. Viele Händler meinten, dass ohne den Schlussverkauf wegen der Hitze noch wesentlich weniger Kunden in die Innenstädte gekommen wären. „Die Kaufhäuser sind derzeit die kühlsten Räume in der Stadt“, sagte HDE-Sprecher Hubertus Pellengahr. „Das Problem ist, da hin zu kommen.“ Der kleinere Handelsverband BAG hatte den Sommerschlussverkauf dagegen schon am Donnerstag als „enttäuschend“ abgeschrieben.

Die beiden Verbände sind sich auch uneins darüber, wie es mit den Schlussverkäufen weitergehen soll. Der HDE fordert, die Marke gesetzlich zu schützen und mit der Bezeichnung Schlussverkauf auch künftig nur zwei Mal im Jahr in festen Zeiträumen zu werben. Dazu präsentierte er am Freitag eine Umfrage, wonach auch 57 % der Bundesbürger die Schlussverkäufe behalten wollen. Der kleinere Handelsverband BAG, der vor allem innenstädtische Geschäfte vertritt, lehnt einen Markenschutz dagegen ab.

Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) verwies vor einigen Tagen schon darauf, dass Schlussverkäufe auch künftig möglich sind. Allerdings ist fraglich, ob sich die vielen verschiedenen Unternehmen auf zwei feste Termine pro Jahr einigen können. Bislang begann der Sommerschlussverkauf immer am letzten Montag im Juli, der Winterschlussverkauf am letzten Montag im Januar.

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