Sanierung soll Zerschlagung abwenden
Sinn-Leffers will Insolvenzplanverfahren

Die Modehauskette Sinn-Leffers mit 47 Filialen und mehr als 4 100 Mitarbeitern will durch eine Sanierung als Ganzes der Insolvenz wieder entkommen. Das Unternehmen kündigte am Mittwoch in Dortmund an, am Donnerstag beim Amtsgericht Hagen ein Insolvenzplanverfahren unter Eigenregie anzumelden. Die Gewerkschaft Verdi hofft, so alle Filialen retten zu können, wie ein Sprecher gegenüber Handelsblatt.com sagte.

tia/HB DORTMUND/DÜSSELDORF. „Wir streben keine Zerschlagung von Sinn-Leffers an. Wir sind überzeugt, dass durch die Sanierung ein zukunftsfähiger Textileinzelhändler entstehen wird“, sagte Peter Zühlsdorff, Geschäftsführender Gesellschafter der Deutsche Industrie-Holding (DIH), der die ehemalige Karstadt-Quelle-Tochter gehört.

Über Standortschließungen und Entlassungen seien noch keine Entscheidungen gefallen, sagte Zühlsdorff. Zunächst müsse das Gericht dem Sanierungsplan zustimmen. Die Planinsolvenz ist eine Form des Insolvenzverfahrens, die etwa dem Vergleich nach altem Konkursrecht entspricht und vom Gericht nur dann genehmigt wird, wenn es gute Chancen für eine Sanierung gibt.

„Unser Ziel ist es, den Schaden für unsere Mitarbeiter und Gläubiger zu minimieren und Sinn-Leffers als erfolgreiches Unternehmen weiterzuführen“, sagte der Sprecher der Sinn-Leffers-Geschäftsführung, Patrick Feller. Über die Eröffnung des Verfahrens und die Eigenverwaltung werde das Amtsgericht Hagen voraussichtlich bis Anfang November entscheiden.

Der Geschäftsbetrieb in allen Filialen werde zunächst fortgesetzt. Alle Lieferanten würden bezahlt. Die Gehälter der Mitarbeiter würden von August bis Oktober von der Bundesagentur für Arbeit als Insolvenzgeld gezahlt. „Wir hoffen, dass wir mindestens zwei Drittel der Stellen erhalten können“, hatte „Die Welt“ Feller am Mittwoch zitiert. Dieses Ziel bestätigte Zühlsdorff von der DIH am Donnerstag.

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi gibt sich optimistisch, mehr Stellen erhalten zu können. Sie unterstützt das angestrebte Verfahren und sieht es als „gute Möglichkeit, das Unternehmen zu sanieren“, wie Gewerkschaftssprecher Günter Isemeyer am Mittwoch gegenüber Handelsblatt.com sagte. Er bezeichnet die bisherige Zusammenarbeit mit Sinn-Leffers-Geschäftsführung und -Gesamtbetriebsrat als ordentlich. Er gehe davon aus, dass weniger als ein Drittel der Jobs wegfielen. „Wir werden um jeden Arbeitsplatz ringen.“ Ziel sei es, alle 47 Filialen zu retten.

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