Sanierung unter Gläubigerschutz
US-Fluglinien bewältigen Trauma von 9 11

Die Terroranschläge des 11. September 2001 haben keinen anderen Industriezweig annähernd so schwer getroffen wie die Luftfahrt in den USA. Während Airlines in anderen Teilen der Erde heute deutlich mehr Fluggäste befördern, liegen die Passagierzahlen in den USA noch unter dem Niveau von vor fünf Jahren. Doch nun hebt die gebeutelte Branche wieder ab.

NEW YORK. Zugleich haben sich die Rahmenbedingungen weiter verschlechtert: Der durchschnittliche Ticketpreis ist in den Vereinigten Staaten seit 2001 um 25 Prozent gefallen, während sich die Kerosinkosten im gleichen Zeitraum fast verdreifacht haben. Nach Berechnungen des Weltluftfahrtverbandes Iata ist der Anteil des Kerosinaufwands an den Betriebskosten einer Airline im Schnitt von 14 Prozent auf 26 Prozent in die Höhe geschnellt.

Dank gravierender Effizienzverbesserungen und der Möglichkeit, über den Umweg des US-Konkursrechts Ballast abzuwerfen, verbessern sich die Finanzzahlen der US-Fluglinien dennoch erheblich. Im Zuge der Nachwehen des 11. September hat sich mit United Airlines, Delta Air Lines, US Airways und Northwest Airlines fast die halbe US-Flugindustrie für zahlungsunfähig erklärt und sich unter den international hart kritisierten US-Gläubigerschutz-Paragrafen „Chapter 11“ geflüchtet. Auf diese Weise konnte etwa der Lufthansa-Partner United Pensionsverpflichtungen in Milliardenhöhe loswerden und nach dem Insolvenzantrag 6 000 nicht gedeckte Kredite über mehr als 20 Mrd. Dollar zurücklassen. Wettbewerbern wie American Airlines half allein die Drohung mit „Chapter 11“, um Mitarbeitern und Zulieferern einschneidende Konzessionen abzuringen.

„Es gibt jetzt Anlass zu vorsichtigem Optimismus“, sagt der Chef des Verbandes Iata, Giovanni Bisignani. Nachdem die Branche seit 2001 weltweit mehr als 40 Mrd. Dollar Miese eingeflogen hat, könne der Verlust im laufenden Jahr wohl von 3,2 Mrd. Dollar auf 1,7 Mrd. Dollar reduziert werden. Die US-Vertreter sind für den Löwenanteil dieser Ergebnisverbesserung verantwortlich.

Der Mutterkonzern von Amerikas zweitgrößter Fluglinie United Airlines, UAL Corp., wies zwischen April und Juni 2006 seinen ersten Quartalsgewinn seit dem Boomjahr 2000 aus. Marktführer American Airlines vermeldete im zweiten Quartal 2006 einen deutlichen Gewinnsprung von 58 Mill. Dollar auf 291 Mill. Dollar. Getoppt wurde dieser Quartalsgewinn von der weltgrößten Billig-Fluggesellschaft Southwest Airlines, die ihr Vorjahresergebnis ebenfalls mehr als verdoppeln konnte und ein Ergebnis von 333 Mill. Euro auswies. Analysten feierten die Verbesserungen als „Comeback“ der amerikanischen Airlines. Die Gesellschaften hätten unter Beweis gestellt, „dass sie selbst bei diesen Kerosinpreisen Geld verdienen können“, sagt Luftfahrt-Analyst Ray Neidl von Calyon Securities.

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