Sanierungsplan
Arcandor droht mit Entlassungen

Die Mitarbeiter von Arcandor müssen sich bei der Sanierung des Handels- und Touristikkonzerns erneut auf harte Einschnitte einstellen. Management, Betriebsrat und die Gewerkschaft Verdi einigten sich auf Einsparungen beim Personal von insgesamt 345 Millionen Euro über drei Jahre.

HB DÜSSELDORF. Wie und wo genau gespart wird, solle bis Anfang November ausgehandelt werden. Es werde aber keinen Stellenabbau geben. Nach Auslaufen des Programms würden die Mitarbeiter zudem am wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens beteiligt, hieß es in einer Mitteilung von Arcandor.

„Wichtig ist für uns, dass es eine Standort- und Beschäftigungssicherung gibt“, sagte ein Verdi-Sprecher. Um die Einsparungen zu erreichen, werde in den Verhandlungen wohl alles zur Debatte stehen, etwa tarifliche und außertarifliche Leistungen oder die Frage, wie künftig mit Leiharbeit umgegangen werde. In dem Sparbetrag von jährlich 115 Millionen Euro soll auch ein Beitrag der Vorstände enthalten sein.

Das Sparpaket war mit der Situation vertrauten Personen zufolge auf Druck der kreditgebenden Banken zustande gekommen, die sich Ende September mit Arcandor nach zähem Ringen auf eine Finanzierungsrunde verständigt hatten. Damit und mit einer Finanzspritze der Privatbank Sal. Oppenheim über eine Kapitalerhöhung kehrte zunächst Ruhe in den Konzern ein, der nun auf das für ihn wichtige Weihnachtsgeschäft setzt. Laut Finanzkreisen will Sal. Oppenheim mit der Kapitalspritze auch den Druck der kreditgebenden Banken abmildern, die Ertragsperle Thomas Cook abzustoßen.

Von den Einsparungen betroffen sind die Karstadt-Warenhäuser, die Versandhandelstochter Primondo und die Arcandor-Holding. Der Reisekonzern Thomas Cook - an dem Arcandor die Mehrheit hält - bleibt dagegen verschont. Schon 2004 hatte die damalige KarstadtQuelle eine Kapitalerhöhung über 500 Millionen Euro beschlossen

.

Damals ging es darum, den Konzern vor der Insolvenz zu retten. Insgesamt wurde der Abbau von 5500 Stellen über drei Jahre vereinbart - 4000 bei den Warenhäusern und 1500 im Versandhandel. Die Beschäftigten mussten auf tarifliche Lohnerhöhungen zunächst verzichten.

Übertarifliche Leistungen wurden gestrichen, das Urlaubsgeld in Warengutscheinen ausgezahlt. Im Gegenzug wurden ein Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen und eine Standortsicherung für Filialen vereinbart. Der Sanierungsbeitrag der Beschäftigten belief sich damals laut Verdi auf 476 Millionen Euro über drei Jahre.

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