Sanierungsplan für die US-Versandhausgruppe soll am 5. Januar Konkursrichter vorgelegt werden
Otto einigt sich mit Spiegel-Gläubigern

Versandhaus-Milliardär Michael Otto kann eine drohende Schadenersatzklage in den USA offenbar abwenden. Nach Angaben aus informierten Kreisen hat Otto sich mit den Gläubigern des bankrotten US-Einzelhändlers Spiegel Inc. auf einen außergerichtlichen Vergleich verständigt. „Wir stehen in äußerst konstruktiven Gesprächen mit den Gläubigern und sind sehr zuversichtlich, eine umfassende Lösung zu finden“, sagte Otto-Sprecher Thomas Voigt am Montag lediglich.

tmo NEW YORK. Die Familie Otto hält 89 Prozent der Anteile und sämtliche Stimmrechte an dem US-Versandhändler. Michael Otto agierte als Chef des Verwaltungsrates des Unternehmens, das wegen geplatzter Kundenkredite im März 2003 Gläubigerschutz nach Kapitel 11 des US-Konkursrechts anmelden musste. Seitdem steht die Spiegel Inc. unter Verwaltung der Gläubigerbanken, denen sie insgesamt rund 1,3 Mrd. Dollar schuldet.

Die Banken drohten mit einer zivilrechtlichen Klage gegen das einstige Spiegel-Management, an dessen Spitze der Hamburger Chef der Otto-Gruppe stand. Ihr Argument: Der börsennotierte Einzelhändler veröffentlichte in den Monaten vor der Zahlungsunfähigkeit nicht die nach US-Börsenrecht vorgeschriebenen Quartalsberichte. Die US-Finanzaufsicht SEC hat deswegen auch eine strafrechtliche Untersuchung gegen Michael Otto und weitere Ex-Spiegel-Manager eingeleitet, die noch nicht abgeschlossen ist.

Mit den Gläubigerbanken hat Otto sich jedoch inzwischen im Grundsatz geeinigt, verlautete aus informierten Kreisen. Danach haben Vertreter Ottos, ein Unterausschuss des Gläubigerkomitees und das Spiegel-Management einen außergerichtlichen Vergleich geschlossen, dem in den nächsten ein bis zwei Wochen alle Gläubigerbanken zustimmen sollen. Zur Höhe der Vergleichszahlung der Otto-Familie an die Gläubiger machte der Sprecher keine Angaben. Er sagte lediglich, das vor Monaten von Otto genannte Restrisiko von maximal 200 Mill. Dollar werde „nicht überschritten“. Chatbourne & Parke, die Anwaltskanzlei des Gläubigerkomitees, gab bis Redaktionsschluss keine Stellungnahme ab.

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