Sanierungsprogramm
Lufthansa streicht Tausende Stellen in der Verwaltung

Die Lufthansa plant einen einschneidenden Stellenabbau. Es trifft mehr Mitarbeiter als erwartet - betroffen ist vor allem die Verwaltung. Auch aus Österreich kommen schlechte Nachrichten.
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FrankfurtDie Lufthansa will im Zuge ihres milliardenschweren Sanierungsprogramms in den kommenden Jahren weltweit 3.500 Stellen streichen. Die Kürzungen sollen durchweg die Verwaltung treffen. Konzernchef Christoph Franz sagte am Donnerstag in Frankfurt am Main: „Nur wenn wir jetzt die administrativen Funktionen neu strukturieren und auch einen Stellenabbau in Kauf nehmen, können wir langfristig Arbeitsplätze erhalten und neue Arbeitsplätze schaffen.“

Ziel sei, die Stellenstreichungen weitgehend sozialverträglich abzuwickeln. Die Lufthansa will mit dieser und anderen Schritten ihr Ergebnis in den nächsten Jahren um insgesamt 1,5 Milliarden Euro steigern.

Schlechte Nachrichten kommen auch von der defizitären Lufthansa -Tochter. Austrian Airlines verschiebt ihr Gewinnziel um ein weiteres Jahr. Statt wie bislang angekündigt im laufenden Jahr rechne das Unternehmen nun erst 2013 mit einem positiven operativen Ergebnis. „Wir sehen den Break-Even erst 2013“, sagte Austrian-Chef Jaan Albrecht am Donnerstag. Grund dafür sind einmalige Kosten für die Sanierung der Fluggesellschaft: Dadurch könne der Verlust 2012 sogar höher ausfallen als im vergangenen Jahr.

Die österreichische Tochter ist für Lufthansa nach dem Verkauf der britischen BMI einer der größten Verlustbringer. Von Januar bis März verbuchte sie trotz eines Passagierrekords ein operatives Minus von 66,7 Millionen Euro nach einem Verlust von 63,5 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Grund dafür waren die höheren Treibstoffkosten und die im vergangenen Jahr eingeführte Luftverkehrssteuer.

Im ersten Quartal flog die Lufthansa wegen hoher Treibstoffkosten und neuer Belastungen durch den Emissionshandel tief in die roten Zahlen. Unter dem Strich verringerte sich der saisontypische Nettoverlust im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zwar um ein Fünftel auf 397 Millionen Euro, wie der Dax-Konzern bereits am Mittwochabend mitgeteilt hatte. Der operative Verlust fiel mit 381 Millionen Euro jedoch mehr als doppelt so hoch aus wie ein Jahr zuvor.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Eine dilletantische Kommunikation - ein undurchdachtes Konzept, das den Spagat zwischen Ryanair und Emirates schaffen will - das Management sollte schnellstens ausgetauscht werden, bevor die Airline völlig kaputt ist.
    Es ist ein Trauerspiel wie eine Linie wie Lufthansa geführt wird.
    Passagiere und Mitarbeiter haben das nicht verdient - Meilen und Senatorstatus hin und her ich habe jetzt schon echte Premiumairlines ausprobiert - bessere Businessclass, mehr Flugbegleiter und top motiviert.
    Es ist so schade

  • Es ist schon erstaunlich wie Lufthansa sich selbst in die negativ Schlagzeilen bringt. Seit langem ist klar das LH im Billigsegment keine Chance hat. Auf der Langstrecke werden Sie seit geraumer Zeit aus Fernost unter Druck gesetzt.
    Da man verpasst hat hier Antworten zu finden, geht es nun an die Arbeitsplätze. [Klassische Managementfehler].

    Die Lufthansa Führung muß sich des weiteren die Frage gefallen lassen wie glaubwürdig Sie in Ihrer Unternehmenskommunikation ist. Wie oft haben wir gebetsmühlenartig gehört: "Der Flughafenausbau schafft Arbeitsplätze", statt dessen werden die Mitarbeiter auf die Strasse gesetzt. Bodyleasing ist Kernbestandteil der HR Strategie. Wie bitte passt das zusammen?

    Zur Zeit wird stark an der Brandreputation der Kranich Airline gekrazt - und alles wegen einer immer deutlichen Führungsschwäche des Managements. Dringend Zeit, dass sich der Aufsichtsrat mit seinen Vorständen befasst.

  • Die LH kann noch 10 Sparrunden fahren, der Niedergang wird weitergehen, solange sie glaubt, Stammkunden mit Füssen treten zu müssen. Ständige Verspätungen aufgrund zu kurzer Umlaufzeiten, Annulierungen aufgrund schwacher Buchungslage ("technischer Defekt"...), unerträglicher Sitzabstand innerhalb Europa, schäbige und überfüllte Lounges, Umgang mit Prämienmeilen ein absoluter Witz (hier war LH mal Vorreiter!). Das ganze ist Low Cost Carrier zu Premiumpreisen. Ein weiteres Problem ist die Unfähigkeit seitens LH, die Flughafenbetreiber FMG und Fraport mal aus ihrerm Staatsmonopolisten-Tiefschlaf zu wecken.

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