Saturn und Media Markt
Jetzt wird gegeizt

Die Elektronikketten ziehen die Reißleine - 3000 Mitarbeiter müssen gehen. Das Management hat den Online-Trend nicht rechtzeitig erkannt. Guter Rat ist teuer.
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FrankfurtDie Elektronikketten Media Markt und Saturn streichen in diesem Jahr europaweit 3000 Arbeitsplätze. Das teilte die Geschäftsführung am Dienstag in Aschaffenburg mit. Die Töchter des Düsseldorfer Handelsriesen Metro planen umfangreiche Kostensenkungen, um der wachsenden Konkurrenz aus dem Internet Paroli bieten zu können. Die Stellenstreichungen würden Verwaltungstätigkeiten betreffen, hieß es weiter.

Europas größte Elektronikketten hatten zuvor bekanntgegeben, erstmals seit zwei Jahren Verluste gemacht zu haben. Grund für die derzeitige Schwäche sei auch der späte Start ins Internetgeschäft, erklärte Metro. Um den Anschluss an die Konkurrenz von Amazon und Co zu finden, startet Metro nun eine eigene Online-Strategie. Die Gesamtjahresprognose für das Ergebnis bestätigte der Konzern.

Media-Saturn weise im zweiten Quartal einen operativen Verlust (Ebit) vor Sonderfaktoren von 44 Millionen Euro aus, hieß es bei Metro. Im zweiten Quartal 2010 hatte Media-Saturn an gleicher Stelle noch einen Gewinn von 41 Millionen Euro verbucht. Sein vollständiges Zahlenwerk für das zweite Quartal will Metro nächste Woche vorlegen.

Die Online-Strategie von Media-Saturn sieht eine Verzahnung des stationären Geschäfts mit den jeweiligen Online-Shops vor. Saturn.de soll im Oktober starten und Media Markt im Januar folgen. Zusätzlich hat die Metro bereits den Vollanbieter Redcoon gekauft, dessen Geschäft weiter ausgebaut werden soll. Weitere Akquisitionen sollen folgen. Media-Saturn strebt eigenen Angaben zufolge die Online-Marktführerschaft in Europa an. Bis 2015 soll sich der im Internet erzielte Umsatz auf fünf Milliarden Euro belaufen.

Kommentare zu " Saturn und Media Markt: Jetzt wird gegeizt"

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  • Dem kann ich nur zustimmen. Günstig sind sie lange nicht mehr. Man geht nur hin, um sich die Produkte anzusehen und auszuprobieren. Gekauft wird dann online beim Händler des Vertrauens.

    Zudem sind die Mitarbeiter zunehmend inkompetent und freundlich bis kackenfrech. Wenn man auf die Frage "kann man am Preis noch was machen" die Antwort "ja, sie können noch 10 Euro mehr zahlen" bekommt, dann scheinen Saturn und Co. schon satt zu sein und ich kaufe dann bei der günstigeren Konkurrenz gegenüber oder im Internet.

    Also, im Laden sich die Produkten anschauen und dann online günstig kaufen!! Das hat sogar mein Opa schon verstanden.

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