Saudi-Arabien Ikea entfernt Frauen aus neuem Katalog

Ikea hat Frauenbilder in der saudi-arabischen Katalog-Version wegretuschiert - weil Frauen in dem Land nicht unverhüllt abgebildet werden dürfen. Nach einem Sturm der Entrüstung entschuldigte sich die Möbelkette jetzt.
Update: 01.10.2012 - 17:20 Uhr 8 Kommentare
Wie Ikea die Frauen aus dem Katalog radierte
Ikea löscht Frauen aus Katalog für Saudi Arabien
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Zähne-Putzen ohne die Mama: Im Ikea-Katalog für Saudi-Arabien ist die Mutter im Pyjama einfach wegretuschiert.

Ikea löscht Frauen aus Katalog für Saudi Arabien
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Statt Frauen am Esstisch zu zeigen, retuschierte Ikea sogar lieber alle Personen weg.

Ikea löscht Frauen aus Katalog für Saudi Arabien
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...und zeigt den angepriesenen Tisch zwar als würde er von einer Familie genutzt, die Personen allerdings sind verschwunden.

Ikea löscht Frauen aus Katalog für Saudi Arabien
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Auch in der Küche haben Frauen für die saudi-arabischen Katalog nichts zu suchen...

Ikea löscht Frauen aus Katalog für Saudi Arabien
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Ikea ließ daher alle Menschen auf seinen Werbeseiten verschwinden.

Ikea löscht Frauen aus Katalog für Saudi Arabien
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Männer machen das Leben für Frauen bunter, Frauen für Männer: Nicht so im Katalog für das wahabitische Königreich.

Ikea löscht Frauen aus Katalog für Saudi Arabien
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Dort sind nur die Möbel selbst zu sehen. Das Unternehmen hat sich mittlerweile für die Aktion entschuldigt. Nach heftigen Protesten sagte eine Sprecherin: „Wir hätten reagieren und erkennen müssen, dass der Ausschluss von Frauen aus der Saudi-Arabien-Version des Kataloges in Konflikt steht zu den Werten der Ikea-Gruppe.“

StockholmDie schwedische Möbelkette Ikea hat aus ihrem Katalog für Saudi-Arabien Abbildungen von Frauen wegretuschieren lassen. „Wir bedauern sehr, dass das passieren konnte und hätten schneller reagieren müssen“, sagte eine Unternehmenssprecherin der Nachrichtenagentur dpa am Montag nach der Veröffentlichung von Vergleichsbildern aus den ansonsten identischen Katalogen

Hintergrund für das Verschwinden von Frauen aus der saudi-arabischen Version sind die strengen Vorschriften in dem arabischen Land für das Abbilden unbedeckter weiblicher Haut. Die Retusche führte im Heimatland von Ikea zu einem Sturm der Entrüstung. Schwedische Frauenrechtlerinnen kritisierten das Möbelhaus.

Schwedens Handelsministerin Ewa Björling sagte der Stockholmer Zeitung „Metro“: „Man kann Frauen nicht aus der Wirklichkeit wegretuschieren.“ Die Bilder seien ein „weiteres trauriges Beispiel dafür, wie weit der Weg bis zur Gleichstellung von Männern und Frauen in Saudi-Arabien noch ist“.

„Metro“ hatte auf der Titelseite seiner Montagausgabe die schwedische und die saudi-arabische Version eines Badezimmer-Fotos aus dem neuen Katalog für 2013 gezeigt. Aus letzterer wurde die Mutter einer vierköpfigen Familie ersatzlos entfernt. Ikea-Sprecherin Ylva Magnusson erklärte die Retusche-Aktion damit, dass der Katalog von einem Franchise-Unternehmen außerhalb der Ikea-Gruppe fertiggestellt worden sei. Sie meinte weiter: „Wir hätten reagieren und erkennen müssen, dass der Ausschluss von Frauen aus der Saudi-Arabien-Version des Kataloges in Konflikt steht zu den Werten der Ikea-Gruppe.“

Dazu gehöre „ein klarer Verhaltenskodex“, der jede Diskriminierung wegen Geschlechts, Rasse, Religion, Behinderungen oder Sexualität ausschließe. Die größte Möbelkette der Welt hatte in der Vorwoche von ihrer russischen Webseite ein Foto im Stil der Polit-Punkband Pussy Riots gelöscht. Begründet wurde der Schritt damit, dass Ikea nicht „als Ort der Agitation jeder Art“ ausgenutzt werden wolle.

Der Ikea-Katalog erscheint seit 1951. Die neue Ausgabe mit einer Auflage von 208 Millionen wird nach Angaben des „Wall Street Journal“ weltweit in 43 Ländern vertrieben.

  • dpa
  • dapd
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8 Kommentare zu "Saudi-Arabien: Ikea entfernt Frauenbilder aus neuem Katalog"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Saudia Arabien ist kein westeuropäisches Land. In jedem Land muss man selbstverständlich die fremde Kultur respektieren. In Deutschland neigen wir oft schnell dazu, unsere Ideologien und Kultur gegenüber anderen für überlegen zu halten und anderen überstülpen zu wollen.

  • Eine Frau einfach verschwinden lassen sie unsichtbar machen....Sie wollen Möbel von Ikea? Die sind nur leider in einem Land wo Frauen sich zeigen dürfen. Ist der Profit von Ikea mehr wert als eine Frau? Eine Frau die nicht zu einer Familie gehört. Mich als Frau beschämt das Handeln von Ikea. Und zeigt mir wieder mehr das diese Länder immer mehr Macht aber wir werden wie immer klein beigeben, damit Ikea sein Geld auch dort verdienen kann....Mein Maßnahme wird sein bei Ikea nicht mehr zu kaufen und ich hoffe das viele viele Frauen ebenso konsequent sein werden.

  • Für den Profit tut man eben alles, um weiter Geschäfte mit dem größten Gaunerstaat zu machen !

  • Die Bilder sind mit der Überschrift "dreist" versehen. Das ist dreist vom Handelsblatt. Auch IKEA muss Rücksicht auf die Kultur der jeweiligen Konsumenten nehmen. Und es muss sich nicht von irgendwelchen Radikalfeministinnen, denen jetzt anscheinend auch das Handelsblatt auf den Leim geht, vorführen lassen. IKEA hat brauchbare Produkte für fast alle Kulturkreise dieser Erde. Und es ist nicht dazu berufen, Außenpolitik zu machen oder zu ersetzen. Wenn es nicht einmal die USA schaffen, in Saudi-Arabien ernsthaft für Frauenrechte zu werben, was soll dann ein Möbelhaus dort erreichen? Welchen albernen Vorstellungen von wirtschaft-licher Tätigkeit redet hier nun ausgerechnet das Handels- blatt das Wort?

  • Wo bleibt der Aufschrei der Gutmenschen? Fordert endlich die Frauenquote auch für die islamischen Länder oder fehlt euch der Mut?
    Hier seid ihr mutig, wo alle kuschen, aber da gibt es noch viel zu tun. Also nichts wie hin und Demos organisieren!

  • Ihr Kommentar:

    Aus dem Beitrag:
    "Schwedens Handelsministerin Ewa Björling sagte der Stockholmer Zeitung „Metro“: „Man kann Frauen nicht aus der Wirklichkeit wegretuschieren.“ Die Bilder seien ein „weiteres trauriges Beispiel dafür, wie weit der Weg bis zur Gleichstellung von Männern und Frauen in Saudi-Arabien noch ist“."
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    Stewardess im Flugzeug:

    "Meine Damen und Herren, wir landen in 10 Minuten in Riad. Stellen sie bitte ihre Sitze in Normalpostion, das Rauchen ein und ihre Uhren 500 Jahre zurück..."

  • Bilder von Frauen gelten als anstößig in SA.
    Das verstehen viele pornoverwöhnte Männer hierzulande garnicht.
    Andererseits kann es als durchaus verständlich hierzulande wirken, dass Frauenbilder von Frauen als anstößig wirken könnten.

    Welche Frau kann und/oder will schon so schln sein wie Models?

  • Entschuldigt sich IKEA in Saudi Arabien dafür, dass die Frauenbilder versehentlich im Katalog waren oder dafür, dass sie sich in der KSA Version an die Saudischen Regeln halten?

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