Schadenersatz
Qantas droht Rolls-Royce mit einer Klage

Die australische Fluggesellschaft Qantas pocht auf Schadenersatz wegen der Probleme mit Triebwerken des britischen Herstellers Rolls-Royce. Auch Airbus erwägt juristische Schritte, Lufthansa sieht nach Angaben eines Sprechers bislang keinen Anlass zu einer Klage.
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PARIS/FRANKFURT/LONDON. Die massiven Probleme mit Triebwerken für den Airbus A380 könnten für den britischen Industriekonzern Rolls-Royce ein juristisches Nachspiel haben. Die australische Fluggesellschaft Qantas hat am Donnerstag rechtliche Schritte gegen den Triebwerkshersteller eingeleitet, die in einer Schadenersatzklage münden könnten.

Derzeit versucht das Unternehmen offenbar noch eine außergerichtliche Lösung. "Aber wir wollen uns alle Optionen offenhalten, um die Ausgaben erstattet zu bekommen, die uns durch die Triebwerksprobleme entstehen", heißt es in einer Mitteilung von Qantas.

Ein Qantas-Flugzeug musste vor einem Monat in Singapur notlanden, weil ein Rolls-Royce-Triebwerk des Typs Trent 900 explodiert war und brannte. Ein Ölleck gilt als Ursache dieses Beinahe-Absturzes.

Auch bei anderen Flugzeugen der australischen Fluggesellschaft sowie bei Maschinen von Singapore Airlines sind danach Ölflecken entdeckt und Triebwerke getauscht worden. Lufthansa ersetzt ebenfalls eine Turbine. Weltweit sind 20 Flugzeuge, die mit jeweils vier Trent-900-Triebwerken ausgestattet sind, im Einsatz.

Die australische Flugaufsichtsbehörde ATSB hat das Unglücks-Triebwerk der Qantas-Maschine untersucht und kommt in einem gestern veröffentlichten Bericht zu dem Schluss: Ein potenzieller Baufehler könne zu einem "katastrophalen Triebwerksausfall" führen. Konkret geht es um eine Ölschlauchverbindung, bei der Ermüdungsrisse und Lecks auftreten könnten, heißt es in der Stellungnahme der Behörde. Sie rät daher dringend zu weiteren Sicherheitstests an allen Turbinen vom Typ Trent 900.

Rolls-Royce hat bereits Mitte November angekündigt, die Problem-Triebwerke zu untersuchen und das fehleranfällige Bauteil auszutauschen. "Die Empfehlungen der ATSB decken sich mit dem, was wir schon zuvor gesagt haben", sagte ein Rolls-Royce-Sprecher gestern. Das Unternehmen habe auch schon in Zusammenarbeit mit dem Aufsichtsbehörden und den Fluggesellschaften entsprechende Kontrolluntersuchungen vereinbart.

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