Schadenersatzforderung: Klage gegen Kik nach Brand in Pakistan

Schadenersatzforderung
Klage gegen Kik nach Brand in Pakistan

Müssen deutsche Firmen hierzulande mit Klagen rechnen, wenn in den Fabriken ihrer Lieferanten in Niedriglohnländern Menschen zu Tode kommen? Vier Pakistaner fordern jetzt in Dortmund Geld von KiK.
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BerlinDie Opfer eines verheerenden Brandes in einer pakistanischen Textilfabrik haben beim Landgericht Dortmund Schadensersatzklage gegen den Textildiscounter KiK eingereicht. Das teilte die Sprecherin einer Menschenrechtsorganisation am Freitag in Berlin mit. Durch das Feuer in der Fabrik, die für KiK produzierte, waren im September 2012 in der Großstadt Karachi mehr als 250 Menschen ums Leben gekommen.

Drei Hinterbliebene und ein gesundheitlich beeinträchtigter früherer Arbeiter der Fabrik fordern von dem Unternehmen aus Bönen bei Dortmund jeweils 30.000 Euro. Sollte das Gericht die Klage annehmen, wäre dies nach Auskunft des Deutschen Instituts für Menschenrechte das erste zivilrechtliche Verfahren dieser Art in Deutschland.

Damit könnte der Fall auch Signalwirkung für andere Firmen haben, die ihre Produkte in Billiglohnländern herstellen lassen. Die Kläger werden in dem Verfahren von der Hilfsorganisation Medico International und dem Europäischen Zentrum für Verfassungs- und Menschenrechte unterstützt.

Eine KiK-Sprecherin betonte, das Unternehmen habe schon eine Million US-Dollar bereitgestellt und sei zu weiteren Hilfszahlungen bereit.

Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) hatte unter dem Eindruck mehrerer Brandkatastrophen in asiatischen Textilfabriken 2014 ein „Textilbündnis“ für Mindeststandards bei ausländischen Lieferanten deutscher Textilhersteller ins Leben gerufen. Diesem Bündnis haben sich die meisten großen Hersteller bislang nicht angeschlossen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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