Scharfe Kritik der Fonds auf der Hauptversammlung
Post-Chef bringt Nachfolger in Stellung

Der Post-Vorstandsvorsitzende Klaus Zumwinkel regelt seine Nachfolge. Wenn sein Vertrag Ende nächsten Jahres ausläuft, soll voraussichtlich Dienstleistungs-Vorstand Frank Appel auf den Spitzenplatz vorrücken. Unklar bleibt, ob die Post 2008 noch mit den Monopoleinnahmen aus dem Briefgeschäft rechnen kann.

HB DÜSSELDORF. Kurz vor dem Ende ihres Monopols baut die Deutsche Post ihren Vorstand im wichtigen Brief-Geschäft um und bringt Frank Appel als Kandidaten für die Nachfolge von Konzernchef Klaus Zumwinkel in Stellung. Appel, der bereits den Unternehmensbereich Services verantwortet, übernehme zusätzlich das Briefgeschäft außerhalb Deutschlands, sagte Konzernchef Zumwinkel am Dienstag bei der Hauptversammlung in Köln. „Mit Herrn Appel arbeite ich seit fast sieben Jahren sehr eng zusammen und er wird den Umbruch im regulatorischen und politischen Feld mitgestalten.“

Appel, der in der Vergangenheit bereits das wichtige Logistik-Geschäft verantwortet hatte, wird damit in die politischen Gespräche zur Zukunft des Briefmonopols eingebunden. Dieses soll nach den bisherigen Plänen der Bundesregierung in Deutschland Ende des Jahres 2007 auslaufen. Die SPD hat indes Bedenken angemeldet. Zumwinkels Vertrag als Vorstandschef des Bonner Konzerns läuft Ende des kommenden Jahres aus. Ein Post-Sprecher wollte sich nicht zu der Frage äußern, ob Appel durch die Ausweitung seiner Kompetenzen zum Kronprinzen aufgebaut werde.

Für das Briefgeschäft in Deutschland werde künftig der 42-jährige Jürgen Gerdes verantwortlich zeichnen, sagte Zumwinkel weiter. Das Briefgeschäft hatte bislang Hans-Dieter Petram geleitet. Der 64-jährige geht zum 30. Juni in den Ruhestand. Der Briefbereich soll im laufenden Jahr wie bereits 2006 rund zwei Milliarden Euro zum operativen Gewinn (Ebit) der Post beisteuern. 2007 solle das Ebit im gesamten Konzern bei „mindestens 3,6 Milliarden Euro“ liegen, bekräftigte Zumwinkel den verhaltenen Ausblick des Konzerns. 2006 hatte das Ebit noch bei knapp 3,9 Milliarden Euro gelegen. Bis zum Jahr 2009 soll es nach den Plänen Zumwinkels auf über fünf Milliarden Euro gesteigert werden.

Die Fondssparte der Deutschen Bank ist auf der Hauptversammlung mit dem Management der Post scharf ins Gericht gegangen. DWS-Manager Klaus Kaldemorgen übte auf der Post-Hauptversammlung harsche Kritik an den andauernden Verlusten des Konzerns im US-Expressgeschäft und dem seiner Ansicht nach zu geringen Gewinnwachstum des Konzerns. Dauere diese Entwicklung an, drohe der Post die Zerschlagung, sagte Kaldemorgen am Dienstag in Köln. „Das US-Geschäft bereitet uns schlaflose Nächte“, beklagte er. Die DWS hält ihm zufolge rund 1,7 Prozent der Post-Aktien.

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