Schaupensteiner
Bahn-Manager soll Datenbank gelöscht haben

Der Datenskandal bei der Deutschen Bahn erreicht einen neuen Höhepunkt: Der frühere Anti-Korruptionsbeauftragte der Deutschen Bahn, Wolfgang Schaupensteiner, soll für die Löschung einer Datenbank mit Fakten zu konzerninternen Ermittlungen verantwortlich sein.

HB BERLIN. Der frühere Anti-Korruptionsbeauftragte der Bahn, Wolfgang Schaupensteiner, soll für die Löschung einer Datenbank zu konzerninternen Ermittlungen verantwortlich gewesen sein. Er habe am 20. Januar die Vernichtung der „Ereignisdatenbank Ermittlungen“ angeordnet, berichtete die „Süddeutsche Zeitung“.

Darin wurden seit dem Jahr 2001 alle Verstöße gegen Unternehmensrichtlinien erfasst. Die Bahn äußerte sich auf Anfrage am Donnerstag nicht und verwies auf den am 13. Mai vorgelegten Bericht der Sonderermittler zur Datenaffäre. Die Wirtschaftsprüfungsfirma KPMG hatte darin die Löschung der Datenbank durch die Bahn aufgeführt, zumindest in der veröffentlichen Kurzfassung aber keinen Verantwortlichen benannt.

Der neue Bahnchef Rüdiger Grube hatte noch am 13. Mai mitgeteilt, dass Schaupensteiner den bundeseigenen Konzern „umgehend“ verlassen werde. Der Oberstaatsanwalt war 2007 vom Land Hessen beurlaubt worden. Grube hatte erklärt, dass Schaupensteiner in den hessischen Justizdienst zurückkehren wolle.

In der Affäre hatte die Bahn nach vorherigen Medieninformationen am 21. Januar bestätigt, dass mehr als 1000 leitende Mitarbeiter ohne konkrete Anhaltspunkte auf Korruptionsverdacht überprüft wurden. Eine Woche später weitete sich die Affäre entscheidend aus, als Kontrollen der Daten von 173 000 Beschäftigten bekanntwurden. Wegen des Skandals mussten der langjährige Bahnchef Hartmut Mehdorn und drei weitere Topmanager ihre Posten räumen.

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