Schienen-Güterverkehr drückt Gewinn der Frachtsparte
Nahverkehr wird teurer

Für rund eine Millionen Pendler wird das Bahnfahren im kommenden Monat teurer. Das Verkehrsministerium hat der Deutschen Bahn erlaubt, die Preise zu erhöhen. Aus Kreisen verlautete zudem, dass 2005 der Gewinn im Bahn-Güterverkehr fast auf Null sinken dürfte.

HB BERLIN. Die Neuregelung tritt mit dem nächsten Fahrplanwechsel am 12. Dezember in Kraft. Betroffen sind mehr als 1,9 Mill. Menschen, die täglich mit den Nahverkehrzügen der Bahn unterwegs sind. Mit dem neuen Fahrplan steigen außerdem die Preise im Fernverkehr um 3,1 %. Dafür brauchte die Bahn keine Genehmigung.

Begründet werden die höheren Preise von dem bundeseigenen Verkehrskonzern vor allem mit den gestiegenen Energiepreisen. Im Genehmigungsverfahren für die Nahverkehrs-Pläne legten jedoch 13 von 16 Bundesländern Widerspruch ein, weil ihnen diese Begründung nicht ausreichte. Nur Hamburg stimmte zu, Hessen und das Saarland enthielten sich. Über diesen Widerspruch setzte sich das Bundesverkehrsministerium nun „nach eingehender juristischer Prüfung“ hinweg, indem es das fehlende Einvernehmen der Länder ersetzte.

Ein Sprecher des Bundesverkehrsministerium betonte, dass der Antrag der Bahntochter DB Regio ausschließlich aus rechtlichen Gründen hätte abgelehnt werden können. Solche Gründe hätten aber nicht vorgelegen. „Auf Grund der gesetzlichen Vorgaben kann der Bund eine Zustimmung nicht versagen, wenn der Tarifantrag rechtmäßig ist“, sagte der Sprecher. Die Gestaltung der Tarife sei „rein unternehmerische Aufgabe“ der Deutschen Bahn.

Das Verkehrsministerium hatte der Bahn bereits im vergangenen Jahr gegen den Widerspruch der Länder eine Erhöhung der Nahverkehrs- Tickets genehmigt. Damals stiegen die Tarife um 4,1 %. An den jüngsten Preiserhöhungen hatte es in den vergangenen Wochen massive Kritik gegeben. Mehrere Verkehrsexperten äußerten die Vermutung, dass die Bahn weniger wegen der gestiegenen Energiepreise, sondern zur Rettung ihrer Börsenpläne die Preise anheben müsse. Im Nahverkehr fährt die Bahn mit Gewinn, im Fernverkehr Verlust.

Auch die Fahrten mit Bussen und Bahnen im Stadt- und Regionalverkehr werden in den kommenden Wochen teurer. Bei etlichen Verkehrsverbünden stehen Preiserhöhungen bevor. Beispielsweise verteuern der Verkehrsverbund Hannover (GSM) und der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) die Tickets demnächst um 4,5 %, der Verbund Mittelsachsen (VMS) um fünf Prozent.

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