Schienenkartell: Bahn fordert erneut Schadenersatz von Thyssen-Krupp

Schienenkartell
Bahn fordert erneut Schadenersatz von Thyssen-Krupp

Thyssen-Krupp soll wegen des Schienenkartells offenbar nachzahlen: Obwohl der Konzern mit der Bahn bereits einen Vergleich geschlossen hat, will der Staatskonzern weiteren Schadenersatz. Es geht um Drittfirmen.
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DüsseldorfNach einem früheren Vergleich wegen überteuert verkaufter Schienen will die Deutsche Bahn dem Stahlkonzern Thyssen-Krupp offenbar weiteren Schadenersatz in zweistelliger Millionenhöhe abverlangen. „Bei der Einigung im November ging es nur um die direkten Lieferungen von ThyssenKrupp an die Bahn“, zitierte die „Rheinische Post“ (Freitagsausgabe) einen persönlich mit der Angelegenheit befassten Informanten aus dem Umfeld der Bahn. „Zusätzlicher Schaden ist der Bahn aber bei indirekten Schienenlieferungen über Drittfirmen entstanden, woraus die Bahn weitere Ansprüche in voraussichtlich zweistelliger Millionenhöhe ableitet.“

Thyssen-Krupp sei schon darüber informiert worden, dass die Bahn sich in der Causa Schienenkartell eine zusätzliche Schadensersatzforderung vorbehalte, hieß es in dem Zeitungsbericht weiter. Die Deutsche Bahn habe sich dazu nicht äußern wollen, den Sachverhalt aber auch nicht dementiert.

Das Bundeskartellamt hatte im Sommer 2011 ein Schienenkartell aufgedeckt, das jahrelang Schienen und Weichen zu überhöhten Preisen verkaufte. Dies ging zulasten der Deutschen Bahn, anderer Bahnunternehmen, Verkehrsverbünde und Baufirmen. Die Kartellbehörde verhängte Bußgelder in Höhe von insgesamt mehr als 230 Millionen Euro gegen zahlreiche beteiligte Stahlfirmen.

Im vergangenen November verpflichtete sich Thyssen-Krupp, der Bahn einen „angemessenen Ausgleich“ zu zahlen. Nach damaligen Angaben aus informierten Kreisen wurde die Summe auf mehr als 150 Millionen Euro festgesetzt. Thyssen-Krupp äußerte seinerzeit die Einschätzung, dass es für den Essener Industriekonzern durch die Schadenersatzzahlung „über die bereits vorgenommenen Rückstellungen hinaus zu keinen weiteren finanziellen Belastungen kommen wird“.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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