Schiffahrstsbranche
Reedereien erhalten Staatshilfen in Millionenhöhe

Zahlreiche Reedereien in Deutschland sind in ihrer Existenz bedroht. Nun erhält die kriselnde Branche vom Staat Hilfen in Millionenhöhe. Damit soll vor allem die Ausbildung des maritimen Nachwuchses gestärkt werden.
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Düsseldorf/BerlinDie kriselnde deutsche Schifffahrt erhält im nächsten Jahr staatliche Unterstützung in Höhe von 57,8 Millionen Euro. „Das haben wir gerade beschlossen zur Stärkung des maritimen Bündnisses, das Reeder, Gewerkschaften und Bundesregierung vereinbart haben“, sagte der maritime Koordinator der Bundesregierung, Hans-Joachim Otto (FDP), der „Wirtschaftswoche“.

Otto stellte den Reedereien steuerliche Erleichterungen bei Versicherungen und Verschrottung von Schiffen in Aussicht. Entsprechende Gespräche seien bereits „erfolgreich geführt worden“, sagte er der „Wirtschaftswoche“. Ziel sei es, die Ausbildung des Nachwuchses in der Branche zu stärken.

Forderungen nach Abwrackprämien erteilte Otto indes eine Absage. Auch lehnte er erneut ab, dass die Staatsbank KfW für in Bedrängnis geratene Reedereien befristete Überbrückungskredite gibt oder bestehende Schiffsfinanzierungen übernimmt. Diese Forderung hatte kürzlich auch Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) zurückgewiesen.

Die schwierige Lage der Branche hierzulande war im Sommer in den Fokus gerückt, als die Reederei die als ZDF-„Traumschiff“ bekannt gewordene „MS Deutschland“ ausflaggen und aus Kostengründen unter der Flagge Maltas fahren lassen wollte. Nach heftigen öffentlichen Protesten hatte die Reederei das Vorhaben zurückgezogen, forderte angesichts der zuletzt drastisch gekürzten Fördermittel für die Schifffahrt aber mehr Unterstützung aus der Politik.

Die maritime Wirtschaft beschäftigt dem Bericht der „Wirtschaftswoche“ zufolge 380.000 Mitarbeiter und setzt jährlich rund 50 Milliarden Euro um. Viele kleine und mittlere Reedereien in Deutschland sind in ihrer Existenz bedroht. Die Reeder sehen sich einer Doppelkrise gegenüber: Die Schifffahrtsmärkte sind geprägt von Überkapazitäten und niedrigen Frachtraten. In der Containerschifffahrt, wo die deutschen Reeder weltweit eine führende Position einnehmen, verdient nur noch jedes dritte Schiff überhaupt Geld.

 
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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  • Das ist Protektionismus mittels Steuergeldern. Wobei kleine und mittlere Betriebe vom Markt verschwinden, denn diese müssen sehen , dass sie klar kommen.
    Während man die Leistungen für Bildung und Kitas zurückfährt, was ja eine Investition in die Zukunft wäre.
    Nimmt man noch die ohnehin überflüssigen Rettungsschirme, so könnte man auch im sozialen Bereich eine Menge für den Bürger tun. Aber die Gelder gehen in die Finanzwirtschaft, wobei diese eine kleine Minderheit reicher machen. Der Bürger wird weiter verarmt , aber dies ist ja nicht von Bedeutung für unsere Vertreter die das Volk verkaufen.

  • Das ist eine skandalöse Verschwendung von Steuergeldern. Die deutsche Schifffahrt ist nicht mehr wettbewerbsfähig und muss vom Markt verschwinden. ZB. griechische oder portugiesische Unternehmen könnten - als große Seefahrernationen - sofort in die Lücke einspringen. Stattdessen müssen griechische Reedereien in die Insolvenz gehen, weil hierzulande ineffiziente Betriebe subventioniert werden. Und dann regt man sich hier auch noch auf, weil man deutche Steuergelder nach Griechenland überweisen muss, damit die Menschen dort nicht verhungern.

  • Wer will nochmal, wer hat noch nicht ...

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