Schifffahrt-Branche
Reeder zeigen in der Flaute weiterhin Flagge

Die deutschen Reeder halten trotz des Einbruchs von Transportvolumen und Frachtraten an ihrem Versprechen fest, bis Ende 2010 weitere 100 Handelsschiffe unter heimische Flagge zu stellen. Allerdings fordert die Flaute in den Häfen bereits erste Opfer.

HAMBURG. "Das Ziel bleibt bestehen", sagte Hans-Heinrich Nöll, Hauptgeschäftsführer des Verbandes Deutscher Reeder (VDR) dem Handelsblatt. Derzeit fahren gut 500 Hochseeschiffe unter den Farben Schwarz-Rot-Gold.

Funktionär Nöll räumt aber ein, dass es in der heftigsten Flaute der Branche schwierig werden könnte, überhaupt den Bestand zu halten. "Keiner weiß, was kommt", sagt der VDR-Manager. Daher sieht das Versprechen eine Hintertür vor: die wesentliche Veränderung der wirtschaftlichen Verhältnisse. Auf Drängen der Bundesregierung bemühen sich die Reeder seit sechs Jahren um eine Ausweitung der Handelsflotte. Von 2003 bis 2005 steigerten sie die Zahl um 100 auf 400 Schiffe, von 2006 bis 2008 kamen erneut 100 hinzu. Gut 2 600 internationale Handelsschiffe sind in deutschem Besitz, weisen jedoch fremde Flaggen auf.

Die Zahl der in den vergangenen Jahren ebenfalls gestiegenen Arbeits- und Ausbildungsplätze in der zivilen Schifffahrt sollen in der Krise zumindest stabil bleiben. "Wir halten nach Möglichkeit Kurs", sagt Reeder-Repräsentant Nöll. Mehr als 800 Schulabsolventen starteten 2008 eine Ausbildung in der zivilen Schifffahrt. An Land arbeiten mehr als 20 000 Menschen, auf dem Wasser mehr als 11 000. Nöll: "Wir rechnen nicht damit, dass Seeleute demnächst in großer Zahl arbeitslos werden."

In den Häfen fordert die Flaute dagegen bereits Opfer. Der Gesamthafenbetriebsverein (GHBV) in Bremen und Bremerhaven will sich von bis zu 1 400 Arbeitern trennen. "Der Arbeitskräftepool sichert die Produktionsspitzen ab. Wenn wir im Moment deutlich weniger darauf zurückgreifen, dann springt der Rücklagenfonds ein und zahlt die Gehälter weiter", erläutert BLG-Chef Detthold Aden, seit 2004 Präsident des Zentralverbandes der Deutschen Seehafenbetriebe (ZDS). "Das reicht aber höchstens für ein halbes Jahr. Deshalb muss der GHBV jetzt reagieren." Die fast 5 000 Hafenarbeiter der BLG selbst sollen nicht gehen müssen.

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