Schifffahrt
Preise für Kreuzfahrten sind unten

Der Untergang der „Costa Concordia“ belastet nicht nur die Reederei Carnival. Die ganze Branche leidet unter stark gesunkenen Preisen. Bei Costa selbst sind die Buchungen um 75 bis 80 Prozent eingebrochen.
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MiamiDie Tragödie auf dem gekenterten Kreuzfahrtschiff „Costa Concordia“ belastet bis heute die Reederei Carnival. Zwar kehren die Gäste langsam zurück, doch die Preise sind im Keller. „Die Auswirkungen des Unfalls werden wir noch den Rest des Jahres spüren“, erklärte der fürs Tagesgeschäft zuständige Vorstand Howard Frank am Mittwoch auf der Hauptversammlung in Miami. Dort gedachten die Anteilseigner und das Management mit einem Moment des Schweigens der Opfer der Katastrophe.

Am 13. Januar war die „Costa Concordia“ vermutlich wegen eines Fehlers des Kapitäns vor der italienischen Insel Giglio auf einen Felsen gelaufen. An Bord waren mehr als 4200 Passagiere und Besatzungsmitglieder. Es starben 32 Menschen. Das Schiff gehörte der italienischen Reederei Costa Crociere, die wiederum eine Tochter des Weltmarktführers Carnival aus den USA ist.

Bei Costa selbst seien die Buchungen kurz nach dem Unglück um 75 bis 80 Prozent eingebrochen, sagte Frank. Mittlerweile habe sich die Lage gebessert. „Es gibt Licht am Ende des Tunnels für Costa.“ Kurz nach dem Unglück der „Costa Concordia“ war zu allem Überfluss auch noch die „Costa Allegra“ nach einem Brand in Not geraten, was den Ruf der Reederei weiter beschädigte. „Wir glauben an die Marke Costa“, versicherte Frank.

Auch alle anderen Tochtergesellschaften von Carnival hätten die Concordia-Katastrophe „deutlich“ zu spüren bekommen, sagte Frank. Carnival beherrscht knapp die Hälfte des Weltmarkts. Zu dem Konzern gehört unter anderem die deutsche Reederei Aida. Der große Carnival-Rivale Royal Carribean kämpfte ebenfalls mit ausbleibenden Gästen. Die deutsche Kreuzfahrtbranche indes hatte demonstrativen Optimismus verbreitet.

Bei Carnival sind die Buchungen eigenen Angaben zufolge in den ersten sechs Wochen nach dem Unglück um 9 Prozent zurückgegangen (ohne Costa), die Preise fielen um 3 Prozent. Seit Anfang März registriert der Konzern zwar wieder ein Buchungsplus von 3 Prozent, doch die Preise fielen weiter. „Wenn die Preise so runtergehen in der Buchungssaison, ist es schwierig, sie wieder anzuheben“, sagte Frank. Langfristig rechnet er aber mit einem anhaltenden Boom bei den Kreuzfahrten, vor allem in den Schwellenländern.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Wiedermal ein Beispiel, wie heute überall voll daneben geplant wird. Keiner kennt die Grenzen der Möglichkeiten. Glaubten die wirklich, die halbe Menschheit würde nur noch auf den Weltmeeren kreuzen? Oder alle Rentner begeben sich auf die Kreuzfahrtschiffe? Viele könnnen sich das ganz einfach nicht leisten, andere haben Angst und wieder andere "arbeiten" auch ,haben einen Job und Familie.
    Also, die Welt besteht nicht nur aus Freizeit und Vergnügen. Aber sollen sie weiter Schiffe bauen, für das Vergnügen. Auf dem Kreuzfahrtschiff ist das Schicksal ohnehin in Gottes Hand- wie wir alle sehen konnten.

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