Schifffahrt
Reeder sehen keine langwierige Strukturkrise

Im Zuge der Weltwirtschaftskrise hat naturgemäß auch der internationale Handel abgenommen. Darunter leiden die Logistikbranche im Allgemeinen und die Schifffahrt im Besonderen. Die internationale Schifffahrt steckt nach Einschätzung der deutschen Reeder trotz drastischer Einbrüche nicht in einer grundlegenden Strukturkrise.

HB HAMBURG. "Es gibt keine ernsthaften Zweifel daran, dass sich Globalisierung und weltweiter Warenaustausch fortsetzen werden", sagte Michael Behrendt, der Vorsitzende des Verbandes Deutscher Reeder (VDR) und Vorstandschef der Reederei Hapag-Lloyd, am Donnerstag laut Redemanuskript in Hamburg. "Ich sehe für unsere Industrie mittel- bis langfristig eine positive Entwicklung." Behrendt sprach als Gastredner bei der Jahresversammlung des Zentralverbandes Deutscher Schiffsmakler.

Nach vielen Boom-Jahren sei für die Schifffahrt vor allem das Tempo und das Ausmaß der Krise eine Herausforderung. Niemand könne sagen, wie sich die Weltwirtschaft weiter entwickeln werde. "Vielleicht sollten die Konjunkturforscher angesichts der unübersichtlichen und nur schwierig einzuschätzenden Lage für einige Zeit auf Prognosen verzichten", sagte Behrendt. Der Seeverkehr sehe sich einer abgeleiteten Nachfrage gegenüber und könne kein eigenes Volumen generieren. "Die weitere Entwicklung hängt im wesentlichen von zwei Komponenten ab, dem Welthandel und den auf den Markt kommenden Neubauten."

An die Werften appellierte Behrendt, ihren Kunden entgegen zu kommen. Viele Reeder könnten ihre Neubauverträge nicht stornieren, wollten aber geschlossene Aufträge zumindest nach hinten verschieben und Optionen streichen. "Die Werften müssen begreifen, dass ein Beharren auf Standpunkten und Vertragsparagrafen in der Sache nicht weiterhilft", erklärte der Verbandschef.

"Wenn sie ihre zukünftigen Auftraggeber verprellen, wird sich dies kaum positiv auf die Zusammenarbeit auswirken." Gegenwärtig gingen die Prognosen von einem Rückgang des Containerverkehrs von 0,5 Prozent gegenüber 2008 aus, aber schon wieder von sechs Prozent jährlichem Wachstum von 2010 bis 2013. "Dann wird selbstverständlich auch wieder Neubautonnage benötigt", sagte Behrendt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%