Schifffahrts-Branche
Tui besiegelt Trennung von Hapag-Lloyd

Das Verhandlungsdrama um den Verkauf der Containerschiffsreederei Hapag-Lloyd ist beendet. Pünktlich zur Präsentation der Bilanz 2008 kann Tui-Chef Michael Frenzel damit eine weitere Großbaustelle des Konzerns abräumen. Doch aus Sicht von Analysten hat der Konzern wenig Anlass zum Jubeln.

DÜSSELDORF. Das Verhandlungsdrama um den Verkauf der Containerschiffsreederei Hapag-Lloyd ist beendet. Gestern verkündete Europas größter Reise- und Noch-Schifffahrtskonzern Tui, der Verkauf an das Hamburger Käuferkonsortium Albert Ballin sei abgeschlossen. Pünktlich zur morgigen Präsentation der Bilanz 2008 kann Tui-Chef Michael Frenzel damit eine weitere Großbaustelle des Konzerns abräumen.

Doch der Konzern hat nach Einschätzung von Analysten 2008 rote Zahlen geschrieben. Einer Umfrage der Agentur Reuters zufolge rechnen Branchenexperten mit einem Verlust von 95 Mio. Euro nach einem Gewinn von 175 Mio. im Jahr 2007. Erst vorige Woche hatte Tui als einziger deutscher Reiseveranstalter Kurzarbeit für die Tui Deutschland vereinbart.

"Die Touristik- und Schifffahrtsbranche steht 2009 vor einem äußerst schwierigen Jahr", fasst die NordLB die Situation in ihrer aktuellen Tui-Studie zusammen. "Insgesamt erwarten wir auch in den nächsten Wochen einen eher negativen News-Flow", meint Analystin Martina Noß. Und sie kann sich nicht vorstellen, dass der Tui-Vorstand morgen einen konkreten Ausblick für 2009 geben wird.

Zudem führt der Verkauf der Tochter den Konzern in neue Ungewissheit. Denn Tui bleibt vorerst mit 43,3 Prozent größter Aktionär bei Hapag-Lloyd. Ursprünglich sollte es nur ein Drittel sein. Doch dem Konsortium um den Warburg-Banker Christian Olearius, den Logistiker Klaus-Michael Kühne und die Stadt Hamburg ging die Luft aus. Grund: Kühne, hinter dem die Spedition Kühne & Nagel steht, hatte seinen Anteil von knapp über 25 Prozent auf 15 Prozent gesenkt. In wochenlangen Nachverhandlungen hatte Tui sich vor dem Hintergrund der dramatischen Geschäftsentwicklungen in der Container-Schifffahrt auf diesen Kompromiss eingelassen.

Mehr noch: Tui will Hapag-Lloyd mit einem Darlehen Liquidität verschaffen. Nachdem bislang von 1 Mrd. Euro die Rede war, berichtete Tui gestern von 1,1 Mrd Euro. Die Beteiligten rechnen damit, dass die bisher finanzierenden Banken angesichts der ungewissen Aussichten im Seecontainer-Markt aussteigen werden. Dafür haben die Geldhäuser 45 Tage Zeit.

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