Schifffahrts-Versicherer Lloyd's of London
Piratenangriffe gelten künftig als Terrorismus

Piratenangriffe auf hoher See gibt es nicht nur im Film, sie haben in den letzten Jahren verstärkt zugenommen. Deshalb werden sie von dem führenden Schifffahrt-Versicherer Lloyd's of London künftig als Terrorakte eingestuft. Der Versicherte steht sich damit schlechter.

HB LONDON. Piratengangriffe sind damit nämlich ähnlich wie Kriegsrisiken nicht mehr automatisch durch eine Schadenspolice abgedeckt, berichtet am Samstag die Zeitung „The Times“. Der seit 317 Jahren auf Seefahrt-Risiken spezialisierte Konzern habe sich dazu gezwungen gesehen, weil Überfälle durch schwer bewaffnete und gut organisierte Piratenbanden in den letzten Jahren stark zugenommen hätten. Anders als bei traditionellen Schiffsversicherungen soll es künftig keinen Risikoschutz geben, wenn Kapitäne ihre Schiffe ohne vorherige Genehmigung des Versicherers durch Meere steuern, in denen es erfahrungsgemäß Piraten geben könnte.

So sollen Reeder künftig ankündigen, wenn ihre Schiffe „gefährdete Gewässer“ ansteuern wie die Umgebung von Somalia, Indonesien, Borneo, Saudiarabien oder Nigeria. Die Entscheidung von Lloyd's sei nach dem bewaffneten Überfall auf ein Luxus-Kreuzfahrtschiff vor der somalischen Küste vor einer Woche gefällt worden. Die „Seabourn Spirit“, die 302 Passagiere an Bord hatte, entkam der Attacke nur knapp.

„Wie die jüngsten Angriffe uns zeigten, haben sich das Piratenrisiko und die Art der Piraterie verändert“, erklärte der Lloyd's-Experte Neil Smith. „Wenn man Leute in Kampfuniformen mit Granatwerfern hat, die auf einen zukommen, wie will man da noch unterscheiden, ob es Piraten oder Terroristen sind?“ Das neue Vorgehen des Versicherers werde die Reedereien dazu bringen, die Risiken genauer abzuwägen.

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