„Schiffs-Tüv“: Germanischer Lloyd kontrolliert im Akkord

„Schiffs-Tüv“
Germanischer Lloyd kontrolliert im Akkord

Der Germanische Lloyd, im Volksmund „Schiffs-Tüv“ genannt, hat in 2006 gut zu tun gehabt. Der stetig ansteigende Schiffsverkehr verschaffte dem technischen Dienstleister neue Kunden.

HB HAMBURG. Im abgelaufenen Jahr erhielt das Hamburger Unternehmen Aufträge zur Klassifikation von 826 neuen Schiffen, teilte der Germanische Lloyd am Freitag in Hamburg mit. „Darunter waren Containerschiffe, Tanker, Massengutschiffe, Kreuzfahrtschiffe und Hochgeschwindigkeitsfähren“, sagte Vorstand Rainer Schöndube. „Und drei U-Boote waren auch dabei.“ Der Umsatz der Gruppe erhöhte sich um 14 Prozent auf 363 Millionen Euro, die Zahl der Mitarbeiter auf mehr als 3 200.

Der Germanische Lloyd macht drei Viertel seines Geschäfts mit der Überprüfung von Schiffen. Weltweit fahren mehr als 6 100 Schiffe mit der so genannten GL-Klasse, allein im vergangenen Jahr wurden mehr als 490 Neubauten klassifiziert.

Der Germanische Lloyd ist Weltmarktführer bei der technischen Prüfung von Containerschiffen; im vergangenen Jahr gab es zudem deutliche Markterfolge bei Tankern. „Der Auftragseingang in diesem Bereich hat sich verdoppelt“, sagte Vorstand Hermann J. Klein. „Diese erfreuliche Entwicklung ist das Ergebnis personeller und organisatorischer Weichenstellungen.“ Wegen der vielen Aufträge für Tanker gebe es nun eine eigene Abteilung für diesen Schiffstyp mit weiteren Experten.

Nach der Übernahme des Germanischen Lloyd durch den Hamburger Kaufmann und Tchibo-Miteigentümer Günter Herz wird sich nach den Worten des Vorstands die Dynamik des Unternehmens verstärken. Herz hält inzwischen mehr als 98 Prozent der Anteile, nachdem er einen feindlichen Übernahmeversuch des französischen Lloyd-Konkurrenten Bureau Veritas abgewehrt hatte.

Zunächst hat Herz den Aufsichtsrat neu besetzt. Den Vorsitz übernimmt der ehemalige Hamburger Finanzsenator Wolfgang Peiner.

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