Schiffslogistik
Containermarkt dreht schwerfällig aus der Krise

Die großen Reedereien legen den Preiskampf bei den Frachtraten bei. Das wirkt sich positiv auf den Umsatz in der Branche aus. Doch die Erholung läuft nur schleppend, gerade für die deutschen Unternehmen.
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DüsseldorfDie Container-Schifffahrt erholt sich langsam von der Konjunkturflaute. Heute veröffentlichte Unternehmenszahlen der Reedereien A.P. Møller Maersk und Hapag-Lloyd sowie des Hafenbetreibers Hamburger Hafen Logistik AG (HHLA) deuten auf eine leichte Erholung der Branche. "Die Schiffslogistik-Unternehmen, angeführt von der Maersk Linie, haben den schlechten Erwartungen für das erste Halbjahr getrotzt", sagt Frode Moerkedal, Analyst von RS Platou Markets in Oslo.

Die Wirtschaftskrise der vergangenen Jahre hat für die Containerreedereien zu einer schwachen Auftragslage geführt. Die Kapazitäten der Frachtschiffe konnten nicht ausgelastet werden. Mit Preiskämpfen versuchten die Unternehmen, die Überkapazitäten zu reduzieren.

Eine Rabattschlacht entbrannte insbesondere zwischen den beiden führenden Reedereien Maersk und MSC. Dieser setzte der gesamten Branche zu. Inzwischen scheint der Preiskampf abgewendet und die Frachtraten klettern nach oben.

Die Buchungen für ihre Container zogen zuletzt stark an. Der Shanghai Containerized Freight Index (SCFI) verdoppelte sich nahezu von Februar bis Ende Juni. Der SCFI ist ein Maßstab für die Containerbuchungen in Shanghai, dem weltgrößten Containerhafen. Insbesondere im vergangen Jahr war der Frachtindex abgesackt.

Dass die Frachtbuchungen wieder zunehmen, liegt nicht nur an einer besseren Auftragslage. Die Containerreedereien haben Schiffe für ihre Fracht gemeinsam genutzt und die Transportgeschwindigkeiten reduziert, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg. Somit konnten die Überkapazitäten offenbar etwas reduziert werden.

Insgesamt ist die Nachfrage nach Containerpassagen auf dem Weltmarkt aber noch gering. Der Howe Robinson Container Index, der die Entwicklung für Charterraten von Containerschiffen abbildet, lag Ende Juli bei 487 Punkten. Im Sommer des vergangenen Jahres lag er fast doppelt so hoch mit Werten um 900 Punkte.

Maersk erklärte heute, dass die Containersparte im zweiten Quartal wieder profitabel arbeiten konnte, nachdem die Frachtraten gestiegen waren. Die Maersk ist die größte Containerreederei der Welt. Das Nettoeinkommen wuchs auf 227 Millionen US-Dollar im vergangenen Quartal. 2011 musste das Unternehmen im gleichen Quartal noch einen Verlust von 95 Millionen Dollar verbuchen, teilte die Firma mit Sitz in Kopenhagen mit.

Für das laufende Geschäftsjahr erwartet Maersk ein moderates Wachstum in seiner Containersparte. Bisher war man von negativen bis neutralen Jahresergebnissen ausgegangen. An der Börse in Kopenhagen konnte Maersk ein Plus von drei Prozent verzeichnen. Im Jahresverlauf stieg der Aktienkurs um 9,2 Prozent.

Aber die Unternehmen haben mit den hohen Kosten für Schweröl, dem Treibstoff der Containerschiffe, zu kämpfen. Sie belasten nicht nur bei Maersk die Gewinne des Frachtgeschäfts.

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