Schilderwechsel mit Reibungen
Schlappe bei Umbenennung der Rewe-Märkte

Unmittelbar vor der für Montag geplanten Umstellung aller 3000 Rewe-Supermärkte auf einen bundeseinheitlichen Markenauftritt ist es im Konzernaufsichtsrat zu schweren Auseinandersetzungen gekommen. Eine regionale Rewe-Genossenschaft streikt – mit Hintergedanken.

DÜSSELDORF. Wie die rechtlich selbstständige Genossenschaft Rewe Dortmund dem Handelsblatt (Montagsausgabe) mitteilte, wird sie sich nicht an der von der Kölner Konzernzentrale initiierten Umflaggung beteiligen. Noch am Donnerstag hatte der Kölner Rewe-Vorstandssprecher Alain Caparros vor Pressevertretern versichert, auch die 600 Märkte der Dortmunder Genossenschaft würden bei der 60 Millionen Euro teuren Kampagne dabei sein.

Als Grund nennt der Dortmunder Vorstandssprecher Rainer Paas Unstimmigkeiten über die verabredete stille Beteiligung des Kölner Rewe-Konzerns an der einzigen noch unabhängigen Rewe-Großhandlung. Vor einigen Wochen hatten sich die beiden Vorstände darauf verständigt, den Kölnern eine Beteiligung in Höhe von 27,5 Prozent des Dortmunder Gesellschaftskapitals zu gewähren.

Der Aufsichtsrat der Rewe-Zentrale habe aber bis heute seine Zustimmung zum Vertrag verweigert, teilte Paas heute mit. Weil er mit der Umrüstung der Märkte nicht in Vorleistung gehen will, solange die Gegenleistungen der Rewe-Zentrale nicht durch Genehmigung des abgeschlossenen Vertrages gesichert ist, zieht Paas nun die Konsequenzen: „Die Rewe Dortmund stellt die Umstellung auf das neue Logo in ihrem Absatzgebiet so lange zurück, bis der Vertrag wirksam zustande gekommen ist“, sagte er.

Ein Sprecher von Rewe Köln bezeichnete diesen Schritt als unverständlich. Der Aufsichtsrat habe sich zu diesem Vertrag überhaupt noch nicht geäußert, sagte er. Eine Sitzung sei erst im Oktober geplant. Zudem müsse der Vertrag formal auch noch in Dortmund von der Genossenschaftsversammlung genehmigt werden.

Entschieden dementierte der Kölner Rewe-Sprecher die Vermutung, Aufsichtsratschef Klaus Burghard habe den Vertrag torpediert. Rainer Paas, selbst Aufsichtsratsmitglied in Köln, gilt intern als dessen Widersacher – und möglicher Nachfolger.

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