Schlappe für Frenzel
Tui stoppt Fusion mit Tochter Hapag-Lloyd

Der Reise- und Schifffahrtskonzern Tui verabschiedet sich von seinen Plänen, den Konzern mit der Reedereitochter Hapag -Lloyd zu verschmelzen und den Unternehmenssitz von Hannover nach Hamburg zu verlagern. Nach einem - wie es bei Tui heißt - "Brandbrief" des norwegischen Reeders und Fünf-Prozent-Aktionärs John Fredriksen gegen diesen Schritt gebe es "eine neue Situation", sagte ein Sprecher.

DÜSSELDORF. Ursprünglich wollte sich Vorstandschef Michael Frenzel die Fusion und die Umsiedlung der Konzernzentrale an den Ballindamm in Hamburg am 17. März vom Aufsichtsrat absegnen lassen. Entsprechende Pläne hatte er in der letzten Sitzung des Gremiums unterbreitet. Ein Beschluss war seinerzeit noch nicht gefasst worden.

Wie das Handelsblatt aus Aufsichtsratskreisen erfuhr, hatte der Tui -Vorstand mit dem Widerstand seines Großaktionärs nicht gerechnet. Zudem lehnt die Arbeitnehmerseite die Pläne vehement ab, bestätigte ein Betriebsratsmitglied. Bei Widerständen von der Arbeitnehmer- und der Kapitalseite sei Frenzel nur noch "der geordnete Rückzug" geblieben, hieß es aus den Kreisen. Ob Verschmelzung und Firmensitzverlagerung damit endgültig vom Tisch sind, wollte der Konzernsprecher nicht sagen. Es könne sein, dass der Aufsichtsrat das Thema weiter diskutiere. Wie das ausgehe, sei nicht absehbar.

Frenzel hatte mit der Verschmelzung den an der Börse schwach bewerteten Konzern vor Übernahmeversuchen schützen wollen. Zugleich sollte die Bedeutung der Container-Schifffahrt für den Konzern deutlicher werden. Denn die Touristiksparte war voriges Jahr in die in London börsennotierte Tui Travel übergegangen, die zur Hälfte den Aktionären des britischen Reiseveranstalters First Choice Holidays gehört. Zur Absicherung einer Wandelanleihe hatte der Tui -Konzern im Januar ein etwa zehnprozentiges Aktienpaket abgegeben. Damit hält der Konzern derzeit nur noch 40 Prozent an der Tui Travel.

Seit Monaten wird spekuliert, dass Hapag -Lloyd und die Reederei Neptune Orient Lines (NOL) in Singapur fusionieren. Die Gespräche würden sich hinziehen, heißt es aus Unternehmenskreisen, offiziell waren Verhandlungen stets dementiert worden. Sollte es doch zu einer Einigung kommen, wäre das Thema Verschmelzung Tui/Hapag-Lloyd ganz vom Tisch.

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