Schlecker
Entscheidung über Transfergesellschaft erst nächste Woche

Zum 1. April sollen 11.000 Mitarbeiter der insolventen Drogeriekette in einer Transfergesellschaft unterkommen, die es immer noch nicht gibt. Bei der Tochter IhrPlatz fallen dafür weniger Stellen weg, als geplant.
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Berlin/Ehingen/OsnabrückBaden-Württemberg wird erst nächste Woche entscheiden, ob es mit einer Bürgschaft für die geplante Schlecker-Transfergesellschaft in Vorleistung tritt. Die Entscheidung darüber müsse im Finanz- und Wirtschaftsausschuss des Landtags getroffen werden, sagte ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums in Stuttgart. „Wir streben eine Sitzung des Ausschusses für nächste Woche an“, sagte er.

Nachdem Gespräche über ein gemeinsames Vorgehen aller 16 Bundesländer gester ohne Ergebnis zu Ende gegangen waren, prüft das Stammland der Drogeriekette nun, ob es die Auffanglösung für die Beschäftigten zunächst alleine auf den Weg bringt. Dafür müsste ein Kredit der Staatseigenen KfW von 71 Millionen Euro mit einer Bürgschaft abgesichert werden.

Wenn Baden-Württemberg zunächst in Vorleistung trete, müssten die anderen Bundesländer schauen, wie sie sich durch eine Rückverbürgung daran beteiligen könnten, sagte der Ministeriums-Sprecher. Probleme können dabei unter anderem in Nordrhein-Westfalen auftreten, wo sich der Landtag als zuständiges Gremium aufgelöst hat.

Indes meldet die insolvente Schlecker-Tochter IhrPlatz, dass weniger Stellen abgebaut und weniger Märkte geschlossen werden als geplant. Das Konzept sehe nun vor, 650 der insgesamt 5.350 Arbeitsplätze zu streichen - ursprünglich war von 900 die Rede. 122 (statt 142) der bislang 612 Drogeriemärkte sollen am 7. April endgültig geschlossen werden, teilte der vorläufige Insolvenzverwalter Werner Schneider in Osnabrück mit.

Für die betroffenen Mitarbeiter werde eine Transfergesellschaft geschaffen, für die die Finanzierung anders als bei der Muttergesellschaft Schlecker bereits gesichert sei, hieß es. Im Internet veröffentliche der Insolvenzverwalter eine Liste der Filialen, die IhrPlatz aufgeben wird. Wie bei Schlecker verteilen sich die Schließungen auf viele Bundesländer.

Das Insolvenzverfahren solle am 28. März eröffnet werden, teilte der Schneider weiter mit. Die Investorensuche sei bereits angelaufen. „Wir machen hier ein attraktives Angebot und sind auf entsprechendes Interesse gestoßen“, sagte er. „Nun müssen sorgfältig die Gespräche mit potenziellen Interessenten geführt werden.“ Ob dies unabhängig von Schlecker geschehe oder in einem gemeinsamen Deal, sei noch unklar. Ihr Platz hatte am 26. Januar drei Tage nach der Muttergesellschaft ebenfalls Insolvenz angemeldet - zum zweiten Mal nach 2005. Schlecker hatte das Traditionsunternehmen 2007 übernommen.

In der Schlecker-Transfergesellschaft könnten die Beschäftigten, die im Zuge der Insolvenz ihren Arbeitsplatz verlieren, bis zu einem Jahr lang qualifiziert und in neue Jobs vermittelt werden. Die Zeit drängt, denn an diesem Samstag sollen die meisten der 2200 Filialen, die auf der Streichliste stehen, endgültig schließen. Zum 1. April sollen die 11.000 entlassenen Schlecker-Mitarbeiter in die Transfergesellschaft übernommen werden.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Alles verarsche mit der Transfergesellschaft, liebe Frauen tretet nicht ein!!!! was sind 20% mehr für ein halbes Jahr???bin auch bei schlecker und komme gerade vom anwalt da ich auch die kündigung bekommen soll,wenn ihr klagt bekommt ihr mehr und nicht nur diese 2,5 monatsgehälter!!!!!geld ist genug da beim schleckerkonzern!!!!! diese gesellschaft ist nur ne hinhaltetaktik und ihr tretet alle rechte ab an schlecker!!!! der vertrag ist völlig wischiwaschi geschrieben!!! unterschreibt es nicht!!!!!!!!

  • Ich finde eine Transfergesellschaft mach Sinn wenn ein größerer Betrieb an einem Standort Mitarbeiter entlässt und diese in der dortigen Region nicht auf absehbare Zeit vermittelbar sind. In diesem Fall verteilen sich die 11.000 Mitarbeiter auf ganz Deutschland. Bei uns sind im EH ca. 3 Millionen Arbeitnehmer beschäftigt, davon ein großer Teil im Lebensmittelhandel. Ich meine die gut ausgebildeten Schlecker Mitarbeiter sind zum größten Teil gut vermittelbar. Dazu sollte die Arbeitsagentur mal etwas sagen.

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