Schlecker-Insolvenz
Berggruen vor seiner zweiten Rettung

Heute beraten die Gläubiger von Schlecker, ob das Unternehmen eine Zukunft hat. Ein möglicher Retter hat sich offiziell vorgestellt: Nicolas Berggruen. Auch Finanzinvestoren schielen auf die Drogeriemärkte.
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FrankfurtDer Investor Nicolas Berggruen könnte nach der Übernahme von Karstadt auch für die Schlecker-Mitarbeiter zum Retter werden. „Wir stehen in Kontakt mit dem Insolvenzverwalter“, sagte ein Sprecher Berggruens. Eine Entscheidung über die Zukunft der insolventen Drogeriemarkt-Kette könnte bereits heute fallen. Am späten Vormittag trifft sich der Gläubigerausschuss von Schlecker.

Aus dem Umfeld von Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz war zuletzt verlautet, die Chancen für den Verkauf des gesamten Unternehmens an einen Investor hielten sich die Waage mit einer möglichen Zerschlagung in einzelne Teile. Neben Berggruen zählen Finanzinvestoren zu den Interessenten, die eine Übernahme der zusammengebrochenen Kette mit zuletzt noch rund 3.200 Filialen in Deutschland erwägen. Nachdem mehrere mögliche Käufer einen Rückzieher gemacht hatten, waren zuletzt noch drei Bieter im Rennen, hieß es im Umfeld des Insolvenzverwalters.

Karstadt-Investor Berggruen schaue sich Schlecker schon etwas länger an, hieß es. Die „Stuttgarter Nachrichten“ berichteten in ihrer Freitagausgabe, Berggruen sei vor zwei Wochen in den Verkaufsprozess eingestiegen. Die Information wurde Handelsblatt Online aus Finanzkreisen bestätigt. Berggruen sei an dem gesamten Konzern interessiert und biete zwischen 100 und 150 Millionen Euro. Auch das „manager magazin“ schrieb, Berggruen sondiere einen Einstieg bei Schlecker. Er wolle die übrig gebliebenen Teile aufkaufen und verwerten. Der Insolvenzverwalter wollte sich dazu nicht äußern.

In Medienberichten wurde zudem der US-Finanzinvestor Cerberus als Interessent genannt, der zuletzt in Deutschland mehrere Immobilienpakete erwarb. Cerberus wollte sich aber nicht dazu äußern. Belastet wird die Suche nach einem Käufer für das gesamte Unternehmen von mehr als 4.000 Kündigungsschutzklagen ehemaliger Mitarbeiter. Der Insolvenzverwalter hatte rund 10.000 Beschäftigte vor die Tür gesetzt, derzeit arbeiten noch rund 16.000 Menschen für die einst größte Drogeriekette in Deutschland.

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„Verluste sind kein Dauerzustand“

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  • Berggruen ist kein Retter. Man muss sich nur mal sein Engagement in den USA anschauen. Sein Heuschrecken Institut hat den Menschen bzw. Kommunen/Städten den Rest gegeben.

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