Schlecker-Insolvenz
Gewerkschaft fordert zweiten Versuch

Die Gewerkschaft Verdi fordert einen zweiten Anlauf zur Gründung von Transfergesellschaften. In diesen sollen die rund 13.000 Mitarbeiter aufgefangen werden, die Ende des Monats auf der Straße stehen.
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Gut drei Wochen vor der Entlassung von rund 13.200 Schlecker-Mitarbeitern fordert die Gewerkschaft Verdi einen erneuten Versuch zur Gründung regionaler Transfergesellschaften. Er nehme vor allem "die von SPD und Grünen regierten Bundesländer in die Pflicht", um den Aufbau von Auffangsgesellschaften zu unterstützen, sagte Verdi-Chef Frank Bsirske der "Schweriner Volkszeitung". Dass der Bund oder die Länder mit schwarz-gelben Regierungen grünes Licht für eine Transfergesellschaft geben würden, damit rechne er hingegen nicht mehr.

Zusammen mit dem Arbeitslosengeld I würden die Betroffenen in einer Transfergesellschaft erst einmal auf 80 Prozent ihres bisherigen Einkommens kommen. Zudem hätten bessere Chancen auf Weitervermittlung. "Die Gegenfinanzierung würde die Länder nicht überfordern", sagte der Verdi-Vorsitzende.

Bei der ersten Kündigungswelle bei Schlecker Ende März war die Gründung von Transfergesellschaften allerdings gescheitert. Die Liberalen in den Länderregierungen wie auch die Bundesregierung waren nicht dazu bereit gewesen, eine Kreditbürgschaft für Schlecker zu übernehmen. Die Drogeriemarktkette hätte aber ein Darlehen aufnehmen müssen, um ihren Anteil an der Auffanglösung zu bezahlen. Weil es keine Transfergesellschaft für die im März rund 10.000 Entlassenen gab, kam es in der Folge zu mehr als 4000 Kündigungsschutzklagen.

Die hohe Anzahl an Klagen war mit ein Grund, weshalb Investoren von einem Kauf der Drogeriekette absahen. Insolvenzverwaltung und Gläubiger einigten sich daher am Dienstag darauf, die Drogeriekette abzuwickeln.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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