Schlecker-Mitarbeiter
Hilfsfonds läuft aus

Unangenehme Nachricht für frühere Schlecker-Mitarbeiter: Der Hilfsfonds, aus dem sie bislang unterstützt wurden, soll zum Jahresende geschlossen werden. Die Zahl der Betroffenen – meist Frauen – ist nach wie vor hoch.
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StuttgartNach dem Aus der Drogeriemarktkette hatte die Paul-Schobel-Caritas-Stiftung den Hilfsfonds vor gut eineinhalb Jahren gegründet und rund 73.000 Euro an frühere Beschäftigte der insolventen Drogeriemarktkette gezahlt. Die Gewerkschaft Verdi teilte jetzt in Stuttgart mit, der Fonds werde geschlossen.

Insgesamt wurden den Angaben nach fast 170 Ex-Schlecker-Mitarbeiter unterstützt, darunter vor allem Frauen. Nach Verdi-Angaben sind von den 25.000 arbeitslos gewordenen Beschäftigten noch immer 9600 ohne Arbeit. Schlecker hatte im Januar 2012 Insolvenz angemeldet.

Im Sommer erst war eine Hoffnung zunichte geworden. Statt in Deutschland zu expandieren, war für den österreichischen Schlecker-Nachfolger Dayli alles aus. Das Unternehmen wurde insolvent und musste schließen. Der Markt gilt als extrem umkämpft. Kürzlich meldete die Drogeriekette Rossmann zwar ein zweistelliges Wachstum in diesem Jahr, aber der Rekordgewinn von 220 Millionen Euro vor Steuern aus 2012 werde in diesem Jahr nur schwer zu toppen sein - "obwohl der Umsatz kräftig steigt“, wie der Firmengründer Dirk Roßmann sagte. Er betonte, dass nach der Schlecker-Pleite neben dem Wettbewerber dm auch Supermärkte und Discounter verstärkt für Konkurrenz sorgten.

Auch dm meldete im Oktober ein starkes Wachstum. Der Umsatz habe um zwölf Prozent auf 7,7 Milliarden Euro zugelegt, hatte das Unternehmen mitgeteilt. Die Karlsruher hatten nach eigenen Angaben einen Marktanteil bei Drogeriewaren von mehr als 20 Prozent. Im März 2012 lagen sie noch bei 18,5 Prozent, gefolgt von Aldi mit knapp zwölf Prozent. Der Rivale Rossmann lag damals bei knapp elf Prozent.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Meine Freundin hat 12 Jahre als VVW bei Schlecker gearbeitet. Nun wurde ja zwischen dem Insolvenzverwalter und Herrn Schlecker ein Vergleich geschlossen. Wie ist das bei einem Einzelunternehmen möglich ??? Als Einzelunternehmer haftet man doch mit seinem gesamten Vermögen !? Warum trifft das bei dem höchst kriminellen Schlecker nicht zu ??? Warum darf er in Saus und Braus weiterleben während tausenden Schleckerfrauen nicht wissen wie Sie über die Runden kommen sollen ?
    Also Rechtsstaat sieht bei mir anders aus. Jeder kleine Bürger wird bei einer Insolvenz nackig gemacht, höchstwahrscheinlich auch einige der Schleckerfrauen. Während dessen lacht sich der Verursacher ins Fäustchen. Pfui !!!

  • Diese ganze miese PATRIARCHENSYSTEM seid dem Mittelalter hat sich nicht geändert!!

    Und wieder werden Frauen in die Armut entlassen. Kein Wunder, dass sie Deutsche Frauen keine Kinder mehr anschaffen! Gebildete schon mal gar nicht. Da es in der BRD NUR UMS GELD UND PROFIT GEHT!! Nichts anderes war die NS-Zeit! Alles alles beim Alten in Deutschland!

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