Schlecker-Mitarbeiter: Kaum die Hälfte hat neue Jobs

Schlecker-Mitarbeiter
Kaum die Hälfte hat neue Jobs

Die Beschäftigungslage der ehemaligen Mitarbeiter der Drogeriekette Schlecker ist nach wie vor schlecht. Nicht einmal die Hälfte der überwiegend weiblichen Angestellten hat bisher erfolgreich nach Stellen gesucht.
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Langwierige Jobsuche für viele ehemalige Schlecker-Beschäftigte: Knapp ein Jahr nach der Pleite der Drogeriekette ist weniger als die Hälfte der Mitarbeiter in neue Jobs vermittelt worden. "Bei uns waren insgesamt 23.400 ehemalige Mitarbeiter arbeitslos gemeldet", sagte eine Sprecherin der Bundesagentur für Arbeit (BA) der Nachrichtenagentur dapd. Davon hätten 9.800 wieder eine Beschäftigung gefunden.

2.600 seien aus anderen Gründen wie Mutterschaft oder Eintritt ins Rentenalter nicht mehr in der Statistik erfasst. Lediglich 115 hätten den Sprung in die Selbstständigkeit gewagt. Insgesamt entspricht der Abgang aus der Arbeitslosenstatistik einer Quote von etwa 53 Prozent. Die Daten wurden Mitte Dezember erhoben.

Deutschlands einst größte Drogeriekette musste am 23. Januar 2012 Insolvenz anmelden und ist heute weitgehend abgewickelt. Die Entlassungen folgten in zwei Wellen, eine im April und eine im Juli.

"Bei der ersten Entlassungswelle wurde eine Sozialauswahl getroffen, dadurch hat es vorwiegend jüngere und nicht so lange bei Schlecker Beschäftigte getroffen", sagte die BA-Sprecherin. Diese seien leichter vermittelbar gewesen, weshalb die Quote bei ihnen etwa 67 Prozent betrage.

In Nordrhein-Westfalen, wo mit 4.769 Angestellten die mit Abstand meisten Beschäftigten von Arbeitslosigkeit betroffen waren, lag die Vermittlungsquote knapp unter dem Durchschnitt. Nur 1.873 und damit knapp 40 Prozent stehen wieder in Lohn und Brot. Auch im Schlecker-Stammland Baden-Württemberg sieht die Quote nicht besser aus, dort wurden ebenfalls knapp 40 Prozent auf der Suche nach einem neuen Job fündig.

Neue Möglichkeiten ergaben sich für die meist weiblichen Beschäftigten vor allem im Handel. Gerade die Schlecker-Konkurrenten Rossmann und dm griffen zu. Bei Rossmann kamen 2.000 ehemalige Schlecker-Mitarbeiter unter. Die Drogeriekette dm, nach der Schlecker-Pleite neuer Branchenprimus, übernahm bis Oktober 800 Beschäftigte der ehemaligen Konkurrenz.

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Bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt als erwartet

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  • Wie wäre es mit einem Dankeschön an Herrn Schlecker über Jahrzehnte Frauen "mit Handicaps" - d.h. mit Kindern, oder Alleinerziehend, ohne Berufserfahrung, nur wenige Stunden, in kleinen Dörfern ohne den Wille zu pendeln - eine Anstellung zu bieten.

    Ja, es waren sehr schlecht bezahlte Jobs und der Umgang mag teils rauh gewesen zu sein, aber es wäre trotzdem schon schön gewesen, hätte die eine oder andere Schleckerfrau die Größe Danke zu sagen.

  • Zuerst wird Schlecker von Spiegel, Handelsblatt und Co. kaputt geschrieben und jetzt beklagen die gleichen Schreiberlinge, dass die Frauen keinen neuen Job finden.Die superschlauen Redakteure könnten ja mal Vorschläge unterbreiten wie die Frauen einen neuen Job finden.

  • Kann mir mal bitte jemand plausibel den Unterschied zwischen CDUCSUSPDGRÜNEFDPLINKE und Bankräubern erläutern!

    Mal abgesehen davon das
    CDUCSUSPDGRÜNEFDPLINKE
    immer ungestraft bleiben?

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