Schlecker-Pleite
Arnsberg – Die Stadt ohne Drogeriemärkte

Seit der Schlecker-Schließung gibt es in Arnsberg keine Drogerien mehr. Die Menschen dort müssen nun weite Strecken bis zur nächsten Drogerie fahren oder ihren Bedarf anderweitig decken – durch Onlineshops zum Beispiel.
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ArnsbergDie Stadt Arnsberg im Sauerland versprüht mit ihren etwas mehr als 75.000 Einwohnern, verteilt auf mehrere kleine Ortsteile, nicht das Flair einer lebendigen Großstadt. Alles bewegt sich hier etwas langsamer. Jetzt, wo sich der Schnee an den Straßenecken türmt, wirkt der Ort noch verlassener.

„Manchmal kommt es mir so vor, als würden wir wirklich in der Einöde leben“, sagt Jan Wiesemann. Der 33-Jährige steht mit seiner Frau Silke vor einer ehemaligen Schlecker-Filiale in der Altstadt von Arnsberg – noch immer prangen die Schlecker-Aufkleber an den Fernstern. Sie ist eine von vier ehemaligen Schlecker-Filialen in der Umgebung. Im Zuge der Insolvenz wurden sie alle nach und nach geschlossen. Seitdem stehen die Läden leer. Für die Arnsberger bedeutet das, dass sie keine Drogeriemärkte mehr in ihrer Nähe haben und für den Kauf von Drogerieprodukten lange Fahrten in Kauf nehmen müssen.

„Alles ist umständlicher geworden. Früher, konnte ich kurz nach der Arbeit meinen Einkauf auf dem Nachhauseweg erledigen, heute muss ich einen  Umweg machen und mehr als eine Viertelstunde bis zur nächsten Drogerie fahren“, erklärt Silke Wiesemann. Fünf Gehminuten waren es von ihrem Haus bis zum nächsten Schlecker.

Für 75.000 Arnsberger stehen nach der Schlecker-Pleite nur noch eine Filiale des Drogeriemarktes „dm“ und eine Filiale von „Müller“ im Ortsteil Neheim zur Verfügung. Besonders für Menschen, die nicht mobil sind, ist das ein Problem. Arnsberg hat wie viele deutsche Städte eine alternde Bevölkerung. Für viele Rentner bleibt nur die Fahrt mit dem Bus in die benachbarte Ortschaft. Dann sind sie fast fünfzig Minuten unterwegs, um Zahnpasta oder Shampoo zu kaufen.

Das Ehepaar Wiesemann deckt einen Teil seines Verbrauchs durch das Angebot an Drogerieartikeln der umliegenden Supermärkte, den Rest bestellen sie über das Internet. „Dinge wie Nasensprays oder ätherische Öle gibt es nicht im Supermarkt und dafür fahre ich nicht bis nach Neheim, also kaufen wir online ein“, erklärt Silke Wiesemann. Sie habe schon darüber nachgedacht, ein Online-Abo für bestimmte Produkte abzuschließen. So würden Online-Versandhäuser regelmäßig Zahnpasta, Duschgel und Shampoo bis zur Haustür bringen, erzählt sie auf dem Weg zur nächsten ehemaligen Schlecker-Filiale.

Die steht im Einkaufszentrum „Brückencenter“ in der Innenstadt. Seit der Schließung konnte auch dieser Laden nicht weitervermietet werden. Im Schaufenster stehen lediglich ein paar Pflanzen – zur Dekoration. Dabei war die Filiale nach dem neuen Konzept umgebaut worden, geholfen hat das jedoch nicht mehr. Nach rund neun Monaten mit erneuerter Ausstattung, wurden die Türen endgültig verriegelt.    

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Apotheken und Internet-Händler im Vorteil

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  • Das Angebot an Drogerie-Artikeln in Discountern kann man ziemlich vergessen, dann schon eher im Supermarkt, dennoch kann man die Auswahl nicht mit einer Drogerie vergleichen.
    2 Stunden unterwegs(hin und zurück) nur um eine Drogerie zu erreichen wäre mir zuviel, da würde ich auch eher aufs Internet umsteigen. Ok, manche Sachen gibts auch in der Apotheke vor Ort, aber das ist mir einfach zu teuer!

  • jo wollte ich auch gerade schreiben, ach herrje da müssen die nicht mobilen Herrschaften 50 Minuten fahren um Zahnpasta oder Shampoo zu besorgen da man das ja ausschließlich in Drogerieen kaufen kann...

  • In jedem Discounter und Supermarkt gibt es alle Drogerieartikel, die man für den täglichen Bedarf braucht zum Schnäppchenpreis (ein Grund für die Schleckerpleite). Vielleicht nicht mit der größten Auswahl an Produkten, aber verzweifeln, weil man kein Auto hat um in die nächste Drogerie zu fahren, muss niemand.

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