Schlichtung gescheitert
Fluglotsen könnten ab Dienstag streiken

Der erneute Schlichtungsversuch im Tarifkonflikt der Fluglotsen ist offenbar gescheitert. Es gebe keine Aussicht auf eine Einigung, erklärt die Gewerkschaft. Nun droht Streik.
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FrankfurtDie Gespräche zwischen der Deutschen Flugsicherung (DFS) und der Gewerkschaft GdF über einen neuen Tarifvertrag für die Fluglotsen sind am Freitagabend ergebnislos abgebrochen worden. Es gebe keine Aussicht auf Einigung, sagte ein Gewerkschaftssprecher. "Es scheiterte an vielem, aber nicht an der Vergütung", erklärte der Sprecher. Die Tarifkommission der GdF werde am Montag ausführlich Stellung nehmen.

Es war das letzte von vier  anberaumten Treffen von GdF und DFS, nachdem die Gewerkschaft Mitte September den Schlichterspruch zum Tarifvertrag nicht anerkannt hatte. Nach den gescheiterten Gesprächen gilt eine dreitägige Friedenspflicht, die bis Montag dauert. An dem Tag befindet die Tarifkommission der Gewerkschaften über das weitere Vorgehen. Die Lotsen hatten zugesichert, jeden Arbeitsausstand 24 Stunden vorher anzukündigen - ein Streik droht damit frühestens am Dienstag.

Die ersten Streiks könnte nach Gewerkschaftsangaben möglicherweise am Mittwoch stattfinden. Theoretisch könnte die DFS erneut die Schlichtung anrufen, wäre aber dieses Mal aber auf die Zustimmung der Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) angewiesen.

Der Clinch zieht sich seit Anfang des Jahres hin und war Anfang August eskaliert - die Fluglotsen wollten streiken und damit den Flugverkehr in Deutschland lahmlegen. Die Arbeitsniederlegung wurde jedoch zwei Mal in letzter Minute vor Gericht verhindert. Mitte Juni hatte die GdF die Tarifverhandlungen mit der DFS für gescheitert erklärt. In einer  Urabstimmung sprachen sich anschließend fast 96 Prozent der GdF-Mitglieder für einen Streik aus. Die GdF vertritt die rund 5500 tariflich angestellten Mitarbeiter der DFS. Deren Aufgabe ist es, den Flugverkehr am deutschen Himmel zu überwachen.

Die Parteien sind sich über das Gehalt für die DFS-Tarifbeschäftigten weitgehend einig. Strittig waren zuletzt die von der GdF verlangten Besetzungsregeln für bestimmte Arbeitsplätze in der Flugsicherung. Die Fluglotsen fordern von der DFS eine Gehaltserhöhung um 6,5 Prozent über zwölf Monate. Das Unternehmen bietet eine Erhöhung der Tarifgehälter ab 1. August um 3,2 Prozent plus eine sofortige Einmalzahlung in Höhe von 0,8 Prozent des Bruttojahresgehalts. Ab 1. November 2012 würden die Gehälter um weitere zwei Prozent, mindestens aber in Höhe der Inflationsrate steigen.

Agentur
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  • Erst wollten sie im Sommer streiken um die ferienzeit zu nutzen, nun hat man sich die Herbstferien ausgesucht. Wieder werden tausende hart arbeitende Menschen um Ihren verdienten Urlaub gebracht, nur damit 5.500 Leute mit Top Gehältern noch weniger arbeiten müssen. Natürlich will man nicht den urlauber treffen, ach nein und warum streikt man dann nicht im November nach den Ferienzeiten... das man damit imer mehr Urlauber zu Abflügen ins Ausland treibt und hier Arbetisplätze vernichtet ist diesen Egoisten völlig egal

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