Schlichtung verlängert

Bahn und GDL müssen erneut nachsitzen

Keine Streiks bei der Bahn zumindest bis Ende Juni. Die Schlichtung im Tarifstreit mit den Lokführern scheint voranzukommen. Doch sie braucht noch mehr Zeit. Ausgestanden ist nichts.
Update: 26.06.2015 - 13:23 Uhr Kommentieren
Bahn und GDL wollen nun noch bis zum 30. Juni verhandeln. Quelle: dpa
Schlichtung verlängert

Bahn und GDL wollen nun noch bis zum 30. Juni verhandeln.

(Foto: dpa)

BerlinNach vier Wochen Schlichtung ist der Tarifkonflikt bei der Deutschen Bahn noch immer nicht gelöst. Es gebe aber erste einvernehmliche Ergebnisse. Das Verfahren gehe deshalb erneut in die Verlängerung, teilten Vertreter der beiden Schlichter am Freitag mit. Die Verhandlungen zwischen der Lokführergewerkschaft GDL, der Bahn und den beiden Schlichtern, Bodo Ramelow (Linke) und Matthias Platzeck (SPD), sollen bis zum kommenden Dienstag (30. Juni) fortgeführt werden. Die gute Nachricht für Reisende: Bis dahin wird nicht gestreikt.

Am 1. Juli wollen sich die Schlichter in Berlin zum Ausgang äußern. Die Resultate würden gemeinsam vorgestellt, betonte Thüringens Ministerpräsident Ramelow. Eine Einigung scheint also wahrscheinlich. Über die bisherigen Ergebnisse und die Inhalte der Schlichtung wollen alle Beteiligten bis dahin allerdings schweigen.

Man sei sich einig, dass in den vergangenen Tagen „weitere wichtige Schritte auf dem Weg zu einer Einigung“ vereinbart worden seien, teilten die Schlichter lediglich mit. Das Verfahren sei aber so komplex, dass noch weitere Gespräche erforderlich seien. Mit derselben Begründung war die Schlichtung in der vergangenen Woche schon einmal verlängert worden. Zuvor hatte Ramelow das Tarifwerk der Bahn als „sehr speziell“ bezeichnet.

Ramelow und der ehemalige Brandenburger Ministerpräsident Platzeck hatten sich in den vergangenen vier Wochen um eine Beilegung des Konflikts bemüht. Wie oft sich die Beteiligten zur Schlichtung trafen, ist nicht bekannt. Das Verfahren war ursprünglich auf drei Wochen angesetzt gewesen.

Gestritten wird schon seit etwa einem Jahr. Neunmal haben die Lokführer in dieser Zeit bundesweit gestreikt, teils mehr als fünf Tage am Stück. Für die Dauer der Schlichtung sind erneute Streiks allerdings ausgeschlossen, es gilt eine Friedenspflicht.

Als Kernproblem des Tarifkonflikts gilt die Forderung der GDL, für jede der bei ihr organisierten Berufsgruppen einen eigenen Tarifvertrag abschließen zu dürfen, der im Zweifel auch von dem der größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) abweichen kann. Die Bahn dagegen will widerspruchsfreie Regelungen für alle Mitarbeiter unabhängig von deren Gewerkschaftszugehörigkeit. Für gleiche Tätigkeiten möchte sie gleiche Bezahlung und gleiche Arbeitszeiten.

Zu den Gruppen, die von beiden Gewerkschaften umworben werden, gehören außer den Lokführern die Zugbegleiter, Bordgastronomen, Lokrangierführer und Disponenten/Planer. Insgesamt geht es um rund 37.000 Beschäftigte.

So will die Bahn digitaler werden
Wlan
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Wie angekündigt sind inzwischen 5200 Kilometer ICE-Netz ausgerüstet, die 255 ICEs der Bahn sollen es bis Ende 2015 sein. Die Nutzung in der ersten Klasse ist kostenfrei, in der zweite Klasse ist das erst später geplant.

Navigator
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Seit dem Verkaufsstart der Apple Watch vor wenigen Wochen ist dafür auch der DB Navigator verfügbar. Der Navigator bietet Reisauskunft, Fahrkartenbuchung und Echtzeitinformationen über den Reiseverlauf. Noch im Juni ist ein Relaunch geplant mit neuer Optik und Funktionen. Die Reiseauskunft wird auf einer Karte visualisiert und ergänzt durch Standorte von Mietfahrrädern, Carsharing-Angeboten. Die Bahn arbeitet mit ihren „Flinkster“ Fahrzeugen (stationäre Mietwagen) und Car2go von Daimler (flexibles Carsharing) seit wenigen Tagen zusammen.

Digitales ICE-Portal
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Speziell für ICE-Reisende gibt es ab Herbst ein neues Portal mit Reiseinformationen (Pünktlichkeit, Anschlüsse, Position auf der Karte, andere Reiseinfos) sowie Nachrichten. Das Portal ist kostenfrei.

Video-Reisezentren
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Kleine Bahnhöfe, an denen sich bislang nur noch Fahrkartenautomaten befanden, werden mit Video-Reisezentren ausgestattet. Kunden können sich via Video mit einer Zentrale verbinden und dort wie in einem Reisezentrum beraten lasen und auch Fahrkarten kaufen. Nach Pilotprojekten sollen nun Bahnhöfe unter anderem in Bayern und Baden-Württemberg ausgerüstet werden.

Reise-App
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Die Bahn arbeitet an einer Reise-App, die den Kunden am Bahnhof direkt zum richtigen Wagen mit dem reservierten Platz steuert.

Digitale Verkehrsdrehscheibe
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Am Berliner Bahnhof Südkreuz wird gerade die digitale Verkehrsdrehscheibe erprobt. Elektronische Wagenstandsanzeiger verhindern das typische Problem, dass Züge in anderer Wagenreihung einlaufen als angegeben und Hektik beim Einsteigen ausbricht. An jeden Bahnsteigzugang gibt es detaillierte Zuginformationen mit Zwischenhalten. Umsteigewegweiser zeigen den Weg zu Taxen, Carsharing-Fahrzeugen oder Mietfahrrädern an.

  • dpa
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