Schließungspläne dementiert
Fast jedes siebte Karstadt-Warenhaus schreibt rote Zahlen

Beinahe jedes siebte Karstadt-Kaufhaus macht Verluste. Eine Schließung werde aber einem Bericht zufolge nicht erwogen. Außerdem gilt nahezu die Hälfte aller Filialen als zu klein für ein Warenhaus mit Vollsortiment.

HB BERLIN. Fast jedes siebte Warenhaus des Einzelhandelskonzern KarstadtQuelle |KAR 16,92 1,68%| schreibt offenbar rote Zahlen. 26 der bundesweit 180 Karstadt-Filialen arbeiten mit Verlusten, berichtet das Magazin «Focus» unter Berufung auf Hartmut Merkel, den im Vorstand für die Kaufhaus-Sparte zuständigen Manager. Es gebe aber dennoch «kein Programm zu Filialschließungen», zitiert das Blatt Merkel. Über die Aufgabe der Verluste schreibenden Filialen war mehrfach spekuliert worden. «Wir sind dabei, mehrere unserer Filialen zu überprüfen», räumte Merkel dem «Focus» gegenüber jedoch ein. Dem Magazin zufolge befinden sich etwa zwei Dutzend Kaufhäuser auf einer Prüfliste.

Merkel dementierte außerdem, dass vor allem kleinere Kaufhäuser Geld verlören. Ob ein Haus rentabel sei oder nicht, habe nichts mit dessen Größe zu tun, stellte Merkel fest.

Dem Bericht zufolge gelten von den 180 Standorten unternehmensintern nur 105 als klassische Warenhäuser mit einer ausreichenden Verkaufsfläche für ein Vollsortiment. Für die übrigen Standorte setze das Unternehmen auf «Kompaktmodelle» mit spezialisiertem Angebot. Sowohl unter den Kompaktkaufhäusern als auch unter Vollwarenhäusern gelten dem Magazin zufolge jeweils 13 als Verlustobjekte.

Der angeschlagene Einzelhandelskonzern leidet unter der andauernden Konsumflaute in Deutschland. Sollte die Konsumunlust der Deutschen anhalten, werde das Unternehmen das laufende Geschäftsjahr mit Verlusten abschließen, hatte der mittlerweile abgesetzte frühere Unternehmenschef Wolfgang Urban auf der Aktionärsversammlung im Mai angekündigt. KarstadtQuelle hatte Anfang Juli bekannt gegeben, bis 2006 rund 4000 Stellen streichen zu wollen. Bislang beschäftigt der Konzern in seinen Kaufhäusern rund 47.000 Mitarbeiter.

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