Schmerzhafter Personalabbau steht bevor
Karstadt-Quelle kämpft ums „Überleben“

Karstadt-Quelle hat in einem Magazinbericht zugegeben, um sein "Überleben" zu kämpfen. Nun will Europas größter Kaufhaus- und Versandhandelskonzern die Notbremse ziehen. Mit harten Einschnitten in Personal- Kosten, Filialnetz und Firmenbeteiligungen soll die Talfahrt des Essener Handelsriesen gestoppt werden. Tausende Mitarbeiter bangen um ihren Job.

HB ESSEN. Der Aufsichtsratsvorsitzende der Karstadt-Quelle AG, Thomas Middelhoff, stimmte die insgesamt etwa 100 000 Mitarbeiter starke Belegschaft kurz vor der Entscheidung über das Sanierungskonzept auf Opfer ein. „Es geht ums Überleben“, sagte er dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“. Über die Einzelheiten des Sanierungskonzeptes berät der Aufsichtsrat an diesem Montag.

In allen drei Kernbereichen des Essener Konzerns, im Versand- und stationären Handel sowie bei den Dienstleistungen sei die Lage „sehr ernst“. Alles, was nicht Stammgeschäft sei, stehe zur Disposition. Middelhoff forderte „einen echten Solidarpakt von Mitarbeitern wie Führungskräften, Gesellschaftern und Banken“. Die nahe Zukunft des Handelsriesen werde „von tiefen Schnitten und weit reichenden Schritten geprägt sein“. Auch der Versandhandel von Neckermann und Quelle müsse sich auf einen „schmerzhaften Personalabbau“ einstellen.

Der Arbeitsplatzabbau soll nach Informationen der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ deutlich höher als bislang bekannt ausfallen. Insgesamt sollen bis 8500 Stellen auf der Streichliste stehen, davon bis zu 6000 im Warenhausbereich, berichtete die Zeitung am Samstag. Bisher hatte das Unternehmen angekündigt, dass die Personalkosten um einen Betrag gesenkt werden sollen, der etwa 4000 Stellen entspricht. Offen war, ob längere Arbeitszeiten den Stellenabbau oder Verzicht auf Urlaubstage mindern werden. In Unternehmenskreisen verlautete am Sonntag, dass es nicht um eine Entlassungswelle gehe, sondern dass die Stellenzahl auch durch Firmenverkäufe und -ausgliederungen sinke.

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