Schnäppchen-Fahrscheine gefragt
Bahn verlagert Ticketverkauf aus den Bahnhöfen

Die Sonderangebote im Fernverkehr bringen der Bahn neue Kunden. 40 Prozent der bei den Aktionen verkauften Fahrkarten gingen an Neukunden und an Personen, die die Bahn nun häufiger nutzten, sagte der Generalbevollmächtigte des Konzernmarketings, Ralf Klein-Bölting, vor Journalisten in Berlin.

HB BERLIN. Rund eine Million Tickets wurden nach Unternehmensangaben über die Verkaufsaktion beim Discounter Lidl abgesetzt, weitere drei Millionen Fahrscheine zu Pauschalpreisen für Fahrten innerhalb Deutschlands. Allein das Angebot Sommer-Spezial verzeichnete mit einer Million gebuchter Tickets ein Drittel Plus gegenüber dem Vorjahr.

„Einfache Preise werden von den Kunden gut angenommen“, sagte Klein-Bölting anlässlich der Eröffnung des ersten Mobility Centers abseits eines Bahnhofs vom Donnerstag. Mit weiteren Aktionen und neuen Vertriebswegen will die Bahn an neue Zielgruppen herankommen.

Im Mittelpunkt sollen im kommenden Jahr Reisen zu den Spielen der Fußball-Weltmeisterschaft stehen. Bei der Fußball-WM im kommenden Sommer rechnet die Bahn bei einzelnen Spielen in den großen Städten mit bis zu 500.000 Zuschauern, die das Ereignis an öffentlichen Großbildleinwänden verfolgen.

Die Reisen würden länger und häufiger, sagte Klein-Bölting. Im Gegensatz zum gesamten Verkehrsmarkt habe das Unternehmen bis Ende September 2005 die Verkehrsleistung steigern können. Die Zahl der Personenkilometer stieg danach im Vergleich zum Vorjahresmonat um 4,8 Prozent an, die Auslastung der Züge erhöhte sich um 1,4 Prozentpunkte auf 42,5 Prozent.

Neue Kunden erhofft sich der Konzern auch durch die Verlegung von eigenen Vertriebsstellen etwa in Wohngebiete. Im Visier hat die Bahn insbesondere die über 35-Jährigen, die bisher vergleichsweise selten mit dem Zug fahren. In den so genannten Mobility Centern bieten Bahnmitarbeiter der Laufkundschaft das komplette Bahnsortiment an. Weitere Läden sollen nach dem Start in Frankfurt in Berlin eröffnet werden.

Wenn das Konzept aufgeht, werden in anderen größeren Städten ebenfalls solche Vertriebsstellen eröffnet. Als Wettbewerb zu den Reisebüros sei das Angebot nicht zu verstehen, hieß es weiter.

Der traditionelle Ticketverkauf am Schalter im Bahnhof verliert nach Angaben der Bahn weiter an Bedeutung. Innerhalb der letzten fünf Jahre sei der Umsatzanteil der Reisecenter von 54 auf 37 Prozent zurückgegangen. Im gleichen Zeitraum sei der Automatenumsatz von 565 Millionen Euro auf 1,2 Milliarden Euro gestiegen und der Umsatz im Internet von zwölf Millionen Euro auf mittlerweile über 440 Millionen Euro explodiert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%