Schöffel
Outdoor-Marke setzt zum großen Sprung an

Der Outdoor-Ausrüster Schöffel hat sich ehrgeizige Wachstumsziele gesetzt. Innerhalb von zwei Jahren will das Unternehmen um gut ein Fünftel auf 100 Millionen Euro Umsatz zulegen. Mit eigenen Läden und einer Kinderkollektion will Eigentümer Peter Schöffel das schaffen..
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SCHWABMÜNCHEN. Von schwäbischer Zurückhaltung keine Spur: Der Outdoor-Ausrüster Schöffel hat sich ehrgeizige Wachstumsziele gesetzt. 2012 werde das Unternehmen die Grenze von 100 Mio. Euro Umsatz überspringen, sagte Eigentümer Peter Schöffel dem Handelsblatt. Innerhalb von zwei Jahren müsste die Marke damit um gut ein Fünftel zulegen, um das Ziel zu erreichen.

Kein Problem, meint Unternehmer Schöffel: "In der Krise stagnierte das Geschäft. Doch wir haben die Flaute genutzt, uns neu zu sortieren. Jetzt sind wir gut gerüstet und können angreifen." Das Familienunternehmen aus der Nähe von Augsburg ist nach Jack Wolfskin die Nummer zwei unter den deutschen Herstellern Outdoorbekleidung. Zudem liefern die Schwaben Skibekleidung.

Wolfskin ist unter der Ägide von Finanzinvestoren in den vergangenen Jahren rasant gewachsen und kam 2009 auf 251 Mio. Euro Umsatz. Mit Erlösen von derzeit gut 80 Mio. Euro hinkt Schöffel zwar hinterher. Doch die Ziele der beiden Firmen sind ganz unterschiedlich. Die Private-Equity-Häuser, denen Jack Wolfskin gehört, suchen derzeit einen Käufer, um Kasse zu machen. Dazu müssen sie eine Wachstumsstory vorweisen. Unternehmer Schöffel will den Betrieb, dessen Wurzeln mehr als 200 Jahre zurück reichen, eines Tages an seine Kinder weiterreichen, es wäre die achte Generation. Entsprechend vorsichtiger geht er vor.

Bis zu 50 neue Läden sind geplant

Dennoch investiert der Unternehmer. Sechs Schöffel-Läden gibt es heute, in den nächsten Jahren sollen es bis zu 50 werden. "Da geben wir richtig Gas", betont Schöffel. Außerdem bereitet der Firmenchef den Einstieg in die Kinderbekleidung vor. Dort war das Unternehmen bislang nicht vertreten, sieht aber viel Potenzial.

Auch im Ausland geht Schöffel in die Offensive. In Österreich stattet die Firma seit kurzem die Ski-Nationalmannschaft aus, deren Renommee in dem Alpenland vergleichbar ist mit dem des Fußball-Nationalteams in Deutschland. Durch den Sponsoring-Vertrag seien die Verkäufe in Österreich kräftig angezogen. In Innsbruck hat Schöffel inzwischen eine eigene Vertriebsgesellschaft gegründet, auch in anderen Ländern nimmt der Unternehmer das Geschäft selbst in die Hand. Bislang haben Distributoren die Marke außerhalb Deutschlands vertreten.

Schöffel steht mit seiner Expansion in der Outdoor-Branche nicht alleine da. Einerseits drängen Konzerne wie Adidas und Puma in die Nische. Andererseits bauen Spezialisten wie Mammut, Salewa oder Vaude das Geschäft aus. So hat der Bergsportexperte Mammut gerade einen großen Laden in der Münchener Innenstadt eröffnet, vor zwei Wochen war Einweihung des Stores in Nürnberg - die nächsten sind geplant.

Es hat seinen Grund, dass die Outdoor-Anbieter in die Offensive gehen. Das Geschäft läuft seit Jahren glänzend, Händlergruppen wie Intersport oder Sport 2000 verzeichnen zweistellige Wachstumsraten. Wie wichtig Outdoor für die Ladenbesitzer ist, zeigt ein Blick auf die Rangliste der bedeutendsten Lieferanten von Marktführer Intersport. Dort steht Jack Wolfskin auf Platz drei, gleich nach Adidas und Nike, Schöffel folgt auf Rang sieben.

Als Hubert Schöffel, der Vater des heutigen Firmenlenkers, in den 60er- Jahren eine angeschlagene Lederhosenfabrik in Schwabmünchen kaufte, da konnte er nicht ahnen, dass sein Unternehmen eines Tages von Funktionsbekleidung leben würde. Doch der Unternehmer war einer der ersten, die Ende der 70er-Jahre das Potenzial von Gore-Tex erkannten.

Mit dem damals neu entwickelten, atmungsaktiven Stoff konnte Schöffel Anoraks anbieten, die sich schnell zum Verkaufsschlager entwickelten. Mit der Allwetterausrüstung hatte Hubert Schöffel den richtigen Riecher, seit 30 Jahren wächst das Outdoor-Geschäft. Auch für die anstehende Skisaison sieht es nicht schlecht aus. "Durch die Kälte im Oktober ist das Geschäft gut angelaufen", sagt Christoph Bronder, Chef des Skiherstellers Völkl. Ein ordentlicher Start in den Winter ist wichtig, denn eins ist klar: "Ende Januar ist alles gegessen", sagt Schöffel. Skiausrüstung, die bis dahin nicht verkauft ist, die lässt sich nur noch mit saftigen Rabatten losschlagen.

Joachim Hofer
Joachim Hofer
Handelsblatt / Korrespondent München

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