Schoko-Boom Deutsche Süßwaren bleiben weltweit gefragt

Der Appetit auf Süßigkeiten in aller Welt beschert der deutschen Süßwarenbranche gute Geschäfte, gerade erst wurde ein Rekordgeschäft verbucht. Auch für dieses Jahr rechnet sich die Branche gute Exportchancen aus.
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Die deutsche Süßwarenbrancherechnet auch 2017 mit glänzenden Geschäften. Quelle: dpa
Schokolade

Die deutsche Süßwarenbrancherechnet auch 2017 mit glänzenden Geschäften.

(Foto: dpa)

MünchenSchokolade, Kekse und Fruchtgummi aus Deutschland bleiben weltweit gefragt. Die Exporte der Branche nähmen weiterhin leicht zu, sagte Hans Strohmaier vom Süßwarenhandelsverband Sweets Global Network der Deutschen Presse-Agentur dpa in München. Auch deshalb starte man verhalten optimistisch ins Jahr. Wichtigster Markt bleiben die EU-Länder, in die etwa zwei Drittel der Ausfuhren der deutschen Hersteller gehen. Auch die USA und Russland, aber auch viele andere Länder weltweit gehören zu den Abnehmern.

Im Inland dagegen halte sich der Pro-Kopf-Verzehr von Süßwaren – neben Schokolade, Gummibärchen und Dauergebäck werden dazu auch salzige Snacks wie Chips oder Salzstangen und Eiscreme gerechnet – seit längerem stabil bei etwa 30 Kilogramm pro Jahr. „Wir sind schon in einem relativ gesättigten Markt, da ist viel Verdrängung“, sagte Strohmaier. Insgesamt wird jeweils etwa die Hälfte der Produktion im In- und im Ausland verkauft.

Im Weihnachtsgeschäft 2016 gehörten auch dieses Mal Klassiker wie Schokoladen-Nikoläuse und Adventskalender, die mittlerweile in fast unüberschaubarer Vielfalt angeboten werden, zu den Hits. Neuheiten wie vegane Fruchtgummis bleiben dagegen vorerst Nischenprodukte, wie Strohmaier sagte.

Von Goldbären und dicken Eiern – Süßigkeiten vor Gericht
Kitkat
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Die vier langen, zusammenhängenden Schoko-Barren werden viele kennen. Man bricht sich einen Barren ab, isst ihn selbst oder teilt ihn mit jemandem. Die Form des Schokoriegels von Nestlé hätte nach einem Urteil des EU-Gerichts nicht ohne Weiteres als eigene Marke geschützt werden dürfen. Die Luxemburger Richter stellten am Donnerstag eine entsprechende Entscheidung des EU-Amts für geistiges Eigentum infrage.

Kitkat-Riegel vor der Google-Zentrale
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Das Amt hatte das Produkt „Kit Kat 4 Finger“ nach einem Nestlé-Antrag von 2002 als Unionsmarke eingetragen und dies später mit der Begründung bestätigt, die Marke habe aufgrund ihrer Benutzung in der EU Unterscheidungskraft erlangt. Das Unternehmen Mondelez, zu dem unter anderem der britische Süßwarenhersteller Cadbury gehört, hatte die Aufhebung des Markenschutzes beantragt.

Kläger Cadbury
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Im Markenstreit zwischen Nestlé und dem britischen Süßwarenhersteller Cadbury geht es nicht um den Namen der Schokolade, sondern allein um die Form des Schokoriegels. Nach Ansicht des Gerichts konnte das Amt für geistiges Eigentum nicht beweisen, dass die dreidimensionale Form der Schokolade von Verbrauchern in allen relevanten EU-Ländern als eigene Marke erkannt werde. Außerdem sei die Marke für eine ganze Gruppe von Produkten eingetragen worden, ohne nachzuweisen, dass die „Kitkat“-Form für einen Teil der Produkte aus dieser Gruppe, wie Bäckereierzeugnisse sowie Kuchen und Waffeln, überhaupt verwendet werde. Das Amt muss sich des Falls nun noch einmal annehmen.

Goldbär
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Vor allem an Ostern sitzt er in den Supermarktregalen: der goldene Schokohase mit der roten Schleife um den Hals. Der Süßwarenhersteller Lindt überlegte sich eine etwas zeitlosere Variante – den „Lindt Teddy“. Gleiches Kostüm, nur Bär statt Hase.

Haribo
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Die Wortmarke „Goldbär“ hatte sich allerdings Konkurrent Haribo schützen lassen. Das Unternehmen sah sich deshalb in seinen Markenrechten verletzt und klagte.

Teddy bleibt
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Allerdings blieb die Klage erfolglos – der Lindt-Teddy blieb im Süßwarenregal. Eine 3D-Figur könne nur unter strengen Voraussetzungen die Rechte an einer geschützten Bezeichnung verletzen. (Bundesgerichtshof, Az. I ZR 105/14)

„Dicke Eier“ vor Gericht
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In Düsseldorf lagen 2013 Schokoküsse auf der Richterbank. Wie beim Kitkat-Streit ging es auch dabei um die Form: Verhandelt wurde über traditionell zylinderförmige, „maulwurfshügelige und pilzförmige“ Schaumküsse bis hin zur streitigen Eiform.

Im Vorjahr hatte die Branche noch Rekordumsätze von 592 Millionen Euro mit weihnachtlichen Saisonartikeln verbucht. Strohmaier geht davon aus, dass dieses Niveau wieder erreicht worden sein könnte. Damals hatten vor allem Preissteigerungen zu dem Umsatzplus von gut sieben Prozent beigetragen. Die Hersteller müssten die gestiegenen Rohstoffpreise an die Verbraucher weiterreichen, sagte Strohmaier. Auch in diesem Jahr hätten die Rohstoffpreise wieder leicht zugelegt.

  • dpa
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