Schokolade
Ritter Sport wächst deutlich

Der Schokoladenhersteller Ritter Sport meldet ein deutliches Umsatzplus für das vergangene Jahr. Für eine Aussage, ob der Streit mit der Stiftung Warentest das Geschäft beeinflusst hat, sei es aber zu früh.
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DüsseldorfDer Streit von Ritter Sport und Stiftung Warentest über ein Testurteil hat zuletzt die Schlagzeilen beherrscht. Es sei bislang aber nicht klar, ob es dadurch Absatzprobleme gegeben habe, sagt ein Sprecher es Schokoladenherstellers. Im Gesamtjahr legte der Ritter-Sport-Umsatz deutlich um neun Prozent auf 380 Millionen Euro zur, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Der kritische Bericht erschien Ende November und die Verkäufe an den Handel für Dezember hatte Ritter da schon abgewickelt. Wie der Abverkauf sich bei den Händlern tatsächlich im Dezember entwickelt habe, ließe sich noch nicht sagen.

Die Firma aus dem baden-württembergischen Waldenbuch zitiert zum Gesamtjahr Daten eines Marktforschers, wonach im Inland der Marktanteil gemessen am Wert der verkauften Ware von 22,7 auf 23,1 Prozent im Jahr 2013 gestiegen sei. Darüber freue man sich, so Unternehmenschef und Miteigner Alfred T. Ritter. Allerdings bleibe wegen steigender Rohstoffkosten „die Ertragsanlage angespannt“. Details zum Gewinn veröffentlicht das Unternehmen nicht.

Nervlich belastet worden war der Familienunternehmer durch das „Mangelhaft“-Urteil für die Sorte „Voll-Nuss“. Die Stiftung Warentest hatte die Note damit begründet, dass der Zusatzstoff Piperonal als „natürliches Aroma“ auf der Packung ausgewiesen werde, aber im industriellen Maßstab nur chemisch hergestellt werde. Piperonal soll den Geschmack der Schokolade abrunden. Gegen die Aussage und die Beurteilung der Verbraucherschützer legte Ritter erfolgreich eine einstweilige Verfügung ein. Die Stiftung will den Streit vor Gericht aber weiterführen.

Nach der Veröffentlichung hätte der „der erste Händler sich gegen 9 Uhr gemeldet“, sagte Alfred T. Ritter kürzlich dem „Hessischen Rundfunk“. Wenn nicht bis 12 Uhr darauf glaubhaft reagiert werde, würde die Ware aus dem Regal genommen. Grund: Die Warentester hatten wegen der vermeintlich falschen Deklaration das Produkt als nicht verkehrsfähig beurteilt. Die Auslistung konnte Ritter aber verhindern. Das Piperonal werde auf natürlichem Wege produziert, versicherte der Lieferant Symrise. Das Unternehmen bezieht den Stoff wiederum von einem Sublieferanten.

Wachstum erhofft sich Ritter Sport im laufenden Jahr unter anderem mit einer Ausweitung der Saisonware für das Weihnachtsgeschäft. Auch spezielle Verpackungsgrößen für den Verkauf etwa an Flughäfen würden weiter hinzugefügt. Das Geschäft in Reiseshops sei um ein Viertel gewachsen. Der Auslandsanteil am Umsatz sei leicht auf 38 Prozent gestiegen, vor allem in Russland habe der Absatz deutlich zugelegt.

Ritter Sport baut derzeit eine neue Firmenzentrale mit dem Namen „Bunte Schokozentrale“ und forstet weiter eine Kakao-Anbaufläche in Nicaragua auf. Ab 2017 soll dort nachhaltig angebauter Kakao geerntet werden.

Martin Dowideit, Leiter Digitales, Handelsblatt.
Martin Dowideit
Handelsblatt / Leiter Digitales

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