Schokoladenhersteller
US-Kunden lassen Absatz bei Barry Callebaut steigen

Der Schweizer Schokoladeproduzent Barry Callebaut hat 2013 mehr verkauft als im Vorjahreszeitraum. Grund sind niedrige Rohstoffpreise. Der Weltmarktführer hat jüngst die Firma Petra Foods übernommen.
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ZürichDank des Appetits amerikanischer Kunden auf Süßes hat der Schweizer Kakao- und Schokoladeproduzent Barry Callebaut den Absatz kräftig gesteigert. So konnte der Konzern die Konsumflaute in Europa abfedern. Die Verkaufsmenge erhöhte sich in den ersten neun Geschäftsmonaten um 8,2 Prozent auf 1,11 Millionen Tonnen, teilte der Weltmarktführer am Donnerstag mit. Damit lag das Unternehmen deutlich über dem Marktwachstum von 1,9 Prozent. Barry Callebaut beliefert Branchenriesen wie Unilever, Nestle, Cadbury oder den Schokoriegel-Hersteller Mars.

Der Umsatz konnte mit dieser Entwicklung allerdings nicht Schritt halten, da die Rohstoffpreise gesunken waren und Barry Callebaut die niedrigeren Preise größtenteils an seine Kunden weitergibt. So sank der Neunmonatsumsatz auf 3,54 Milliarden Franken (2,87 Milliarden Euro) und fiel damit leicht geringer aus als vor einem Jahr. Barry Callebaut schnitt mit diesen Zahlen allerdings immer noch besser ab als Analysten erwartet hatten.

Das Verkaufswachstum stützte sich auf eine breite Basis. Mit einem Plus von gut 17 Prozent entwickelte sich vor allem die Region Nord- und Lateinamerika überdurchschnittlich. In Europa und Asien-Pazifik blieb der Zuwachs mit jeweils gut fünf Prozent unterdurchschnittlich. Europa, wo die Hälfte der produzierten Menge abgesetzt wird, leidet unter der Wirtschaftsflaute.

An der Börse kam der Zwischenbericht gut an. Die Barry-Callebaut-Aktien stiegen um zwei Prozent auf 902 Franken und entwickelten sich damit besser als der Index der europäischen Lebensmittelwerte. "Barry Callebaut glänzt weiterhin mit einem guten Volumenwachstum", kommentierte Daniel Bürki, Analyst bei der Zürcher Kantonalbank. "Der wichtigste Treiber ist nun, wie gut sie Petra Foods integrieren können. Sie haben recht viel bezahlt und die Rentabilität ist niedriger."

Der Konzern aus Zürich hat die rund 860 Millionen Dollar teure Übernahme des Kakaoproduzenten Petra Foods jüngst abgeschlossen. Nach der Integration der in Singapur ansässigen Firma soll ab dem Geschäftsjahr 2015/16 der Betriebsgewinn pro Tonne wieder das Niveau von vor der Akquisition erreichen. Die Verkaufsmenge soll dann jährlich um sechs bis acht Prozent zunehmen.

Das Geschäftsjahr von Barry Callebaut läuft von September bis August. Gewinnzahlen werden nur zum Halbjahr und am Jahresende veröffentlicht.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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