Schon in zwei Jahren Gewinn erwartet
Post kommt im US-Expressgeschäft voran

Schneller als bislang geplant will die Deutsche Post ihr Verluste schreibendes US-Expressgeschäft sanieren. Die US-Tochter könne die Gewinnzone in den USA in zwei bis drei Jahren - also bereits 2008 - erreichen, sagte das für das Express-Geschäft zuständige Vorstandsmitglied John Mullen bei einer Investorenkonferenz am Dienstag in New York. Bislang hatte der Konzern stets angekündigt, Express werde erst 2009 in den USA Gewinne schreiben.

HB DÜSSELDORF. Die Verluste im US-Expressgeschäft verringerten sich bereits in der zweiten Jahreshälfte 2006 um 150 bis 200 Mill. $ gegenüber dem Vorjahr, präzisierte Mullen frühere Aussagen von Post-Chef Klaus Zumwinkel. Dieser hatte jüngst gesagt, die Verluste seien im zweiten Halbjahr 2006 gegenüber der ersten Jahreshälfte im „dreistelligen Millionen-Bereich“ abgebaut worden. Im Jahr 2005 hatte die Post ein Minus von rund 400 Mill. Euro im US-Expressgeschäft verbucht. Im Europa- und Asien-Geschäft habe die Express-Sparte 2006 zudem bisher besser als geplant abgeschnitten, sagte Mullen. Die Post-Aktie legte nach seinen Aussagen deutlich zu und stieg zeitweise um 3,8 Prozent auf 23,40 Euro.

Der deutsche Konzern habe im umkämpften US-Expressgeschäft einen „langen und harten Weg“ zu bewältigen, räumte Mullen ein. Langfristig wolle die Post dort eine Marge von drei bis fünf Prozent erreichen - deutlich weniger als die Konkurrenten UPS und FedEx. Zumwinkel hatte angekündigt, DHL wolle sich in den USA als „starke Nummer Drei“ mit einem Marktanteil von rund zwölf Prozent etablieren.

Teils herbe Rückschläge

Die Post hatte in ihrem Expressgeschäft in den USA durch organisatorische Probleme bei der Zusammenlegung zweier US-Luftfahrt-Drehkreuze auf den Flughafen Wilmington in Ohio im Jahr 2005 und Anfang 2006 herbe Rückschläge erlitten. Viele Kunden waren angesichts der Qualitätsprobleme abgesprungen. Einen Ausstieg aus dem US-Markt, wo sich die Verluste der Post mittlerweile auf rund eine Milliarde Euro summieren dürften, hatte Zumwinkel mehrfach kategorisch ausgeschlossen. Die Post müsse als global operierendes Unternehmen in den USA vertreten sein.

Umbauten könnte es auch in Deutschland geben. Das Deutschland-Geschäft sei zwar profitabel, weise aber nicht die "besten Margen" aus. Untersucht werden Kooperationsmöglichkeiten zwischen dem Brief- und dem Paketgeschäft. Es seien aber noch keine Entscheidungen getroffen worden. Berichte in der Tageszeitung "Die Welt" über eine Zusammenlegung seien vorschnell gewesen. Nach Informationen des Handelsblatts ist an eine Ausweitung der Verbundzustellung gedacht, die bislang auf ländliche Rgionen beschränkt ist, allerdings nicht auf Ballungsgebiete. Dort hätte die Verbundzustellung keine Vorteile. Von den 160 000 Beschäftigten der Post im Briefbereich sind davon allenfalls 5 000 bis 10 000 Arbeitsplätze betroffen, die man überhaupt zusammenlegen kann. Betriebsbedingte Kündigungen sind bei der Post bis Anfnag 2008 aber ausgeschlossen. Daneben gibt es Überlegungen, die Verwaltung der Brief- und Paketzentren zusammenzulegen und auch generell zu verschlanken.

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