Schuhindustrie: Schuhriese Ara greift nach Salamander

Schuhindustrie
Schuhriese Ara greift nach Salamander

Der Papagei macht Jagd auf Lurchi – der deutsche Schuhkonzern Ara will die Traditionsmarke Salamander übernehmen. Die Salamander-Mutter Egana Goldpfeil Europe hat wohl keine andere Wahl als zu verkaufen.
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HB LANGENFELD. Der deutsche Schuhriese Ara will die Traditionsmarke Salamander samt Filialnetz übernehmen. Ara-Finanzvorstand Thomas Schmies bestätigte am Montag Verhandlungen zu einer Komplettübernahme von Salamander. „Wir haben ein Angebot vorgelegt“, sagte er. Der Ara- Manager zeigte sich optimistisch, dass es bereits in wenigen Tagen zu einer Einigung kommen könnte. Salamander gehört zu Egana Goldpfeil, für deren Europa-Holding im Herbst ein Insolvenzverfahren eröffnet wurde. Salamander selbst ist aber nicht pleite.

Bei der insolventen Salamander-Mutter Egana Goldpfeil Europe GmbH wurden ebenfalls „sehr enge Verhandlungen“ mit dem Familienunternehmen Ara bestätigt. Es gehe um die gesamte Salamander- Gruppe, erklärte ein Sprecher des Frankfurter Insolvenzverwalters Ottmar Hermann, ohne Termine eines eventuellen Abschlusses zu nennen. Er bestätigte außerdem, dass beim Bundeskartellamt eine Prüfung des Zusammenschlusses mit der Ara-Gruppe beantragt worden sei.

Die Salamander GmbH gilt vor allem wegen der starken Marke als größter Vermögenswert des europäischen Teils von Egana Goldpfeil. Die insolvente Holding soll künftig auf das Kerngeschäft Schmuck und Uhren konzentriert werden. Der Schuhhändler Salamander aus dem schwäbischen Kornwestheim beschäftigt laut Insolvenzverwaltung der Mutterholding rund 1 800 Menschen. Er betreibt 51 Filialen in Deutschland und 142 Geschäfte im europäischen Ausland. Der Umsatz von Salamander wurde mit 190 Millionen Euro angegeben.

Die Ara-Gruppe erzielte nach Medienberichten 2007 ein Umsatzplus von sieben Prozent auf 288 Millionen Euro. Sie habe mehr als 5 000 Beschäftigte sowie sechs Produktionsstätten in Deutschland, Portugal, Indonesien und Rumänien. Die Ara-Gruppe zählt nach eigenen Angaben bereits jetzt zu den größten Schuhkonzernen in Europa.

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