Schulden früher als geplant abgebaut
RWE nimmt Ertragsziel leicht zurück

Der Energiekonzern RWE hat seinen Betriebsgewinn in den ersten neun Monaten 2004 gesteigert und damit die Annahmen von Analysten getroffen. Die Wachstumserwartungen für das ganze Jahr hat der Konzern jedoch von 10 % bis 15 % auf 10 % zurückgenommen; zudem erwartet das Unternehmen Probleme dem geplanten Strom-Regulierer.

HB DÜSSELDORF. Ein Minus von gut 3 % auf 41,92 Euro verzeichneten die Aktien von RWE, nachdem der Energieversorger seine Zielvorgabe für das Nettoergebnis am Morgen leicht zurückgenommen hatte.

Für das Gesamtjahr bleibt Deutschlands zweitgrößter Versorger bei seiner Prognose, wonach der Betriebsgewinn im einstelligen Prozentbereich wachsen werde. Die Zielvorgabe für das Nettoergebnis nahm die RWE AG dagegen leicht von 10 % bis 15 % auf 10 % zurück.

RWE geht davon aus, dass die künftige Regulierungsbehörde für den deutschen Strom- und Gasmarkt die Gewinnsituation des Unternehmens „auf jeden Fall“ beeinträchtigen wird.

Ziel des Konzerns sei es, diese negativen Effekte durch Kostensenkungen „teilweise zu kompensieren“. Details hierzu nannte das Unternehmen nicht.

Das Betriebsergebnis sei zum gleichen Vorjahreszeitraum um 13 % auf 4,464 Mrd. Euro gestiegen, teilte RWE am Dienstag in Essen mit. Analysten hatten im Mittel der Prognosen mit 4,4 Mrd. Euro errechnet. Das um Firmenwertabschreibungen bereinigte Nettoergebnis erhöhte sich den Angaben zufolge um zehn Prozent auf 1,611 Mrd. Euro. Als Grund gab RWE in seinem Zwischenbericht unter anderem die Verbesserung des Finanzergebnisses an.

Der Energiekonzern RWE hat für künftige Bereinigungen seines Portfolios ein finanzielle Vorsorge von 250 Millionen Euro getroffen. Das sagte Finanzvorstand Klaus Sturany am Dienstag auf einer Telefonkonferenz im Anschluss an die Veröffentlichung des Zwischenberichts.

Bei der Rückführung der Schulden erreichte RWE sein für Ende 2005 gestecktes Ziel von 17 Mrd. Euro bereits in diesem Jahr. Zum 30. September lag die Nettoverschuldung bei 16,8 Mrd. Euro, wobei Veräußerungsgewinne aus den Beteiligungen an Hochtief, Heidelberger Druckmaschinen und der US-Bergbaugesellschaft Consol sogar ausgeklammert wurden. Einschließlich dieser Verkaufserlöse verringerten sich die Schulden auf 14,5 Mrd. Euro, wie RWE bekannt gab.

Der Konzernumsatz verringerte sich vor allem wegen der genannten Verkäufe zum Vergleichszeitraum des Vorjahres um sechs Prozent auf 29,9 Mrd. Euro.

Während RWE beim Betriebsergebnis im Gesamtjahr weiterhin ein prozentual einstelliges Wachstum erwartet, nahm der Vorstand die Prognose für das Nettoergebnis leicht zurück. Statt der bislang erwarteten Steigerung von zehn bis 15 %, werde der Anstieg nun „in der Nähe von zehn Prozent liegen“, hieß es.

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