Schuldenabbau
Karstadt-Quelle kommt wieder auf die Beine

Der angeschlagene Handelskonzern Karstadt-Quelle entledigt sich seiner Schulden schneller als geplant. 400 Millionen Euro kamen allein über den Verkauf von Immobilien herein. Auch seinen eigenen Pensionsfonds hat das Unternehmen angezapft – ein umstrittenes Geschäft.

HB FRANKFURT. Mit Hilfe von Immobilienverkäufen und weiteren Maßnahmen seien die Schulden binnen eines Jahres bereits um rund 1 Mrd. Euro gesenkt worden, teilte Karstadt-Quelle am Donnerstag in Düsseldorf mit. Bis zum Jahresende sollen sie bei weniger als 2,8 Mrd. Euro stehen. Sollte sich der Konzern 2006 von seinem Immobilienvermögen trennen, bedeute dies eine vollständige Entschuldung des Konzerns, erklärte Vorstandsvorsitzender Thomas Middelhoff. Der Warenhauskonzern prüft derzeit den Verkauf von weiteren Immobilien, vor allem von Logistikzentren. Auch ein Börsengang sei möglich.

Karstadt-Quelle sei nun „operativ und finanziell wieder stabil und planbar“, teilte Middelhoff mit. Die Entwicklung in den Bereichen Warenhaus, Dienstleistungen, Immobilien und Reisen bewege sich „am obersten Rand unserer Erwartungen“. „Diese Bereiche liegen aktuell über Plan“, betonte er. Middelhof nannte Zahlen zum Weihnachtsgeschäft In den ersten sieben Tage seien die Verkäufe 13 Prozent über Vorjahr gelegen und 11 Prozent über der eigenen Prognose. Vor allem die modernisierten und umgebauten Häuser in Potsdam, Wiesbaden, Hamburg und Berlin hätten sich deutlich verbessert.

Seine bisher geplanten Immobilienverkäufe habe das Unternehmen planmäßig abgeschlossen, teilte Karstadt-Quelle mit. Der Konzern trennte sich von einem Paket mit 40 Logistikimmobilien, die für „deutlich mehr als 400 Mill. Euro“ vorrangig an internationale Investoren verkauft und zum Teil zurückgemietet hat. Zu den Objekten gehört das Quelle-Logistikzentrum in Leipzig, das von IXIS Capital Partners übernommen worden ist. 36 Immobilien etwa in Berlin, Hamburg und Düsseldorf übernimmt die britische Slough Estates International. Slough erklärte, für das Paket 163,2 Mill. Euro bezahlt zu haben. Die Neckermann-Hauptverwaltung in Frankfurt, die auch auf der Abschussliste stand, bleibt aber im Konzern. Stattdessen habe sich der externe Pensionsfonds (CTA) an dem Objekt beteiligt.

Das Kundenkreditgeschäft der Karstadt-Quelle-Bank hat der Konzern an die Karstadt Hypothekenbank (KHB) verkauft, um daraus eine neue, attraktivere Finanzeinheit zu schmieden. Die Karstadt Hypothekenbank ihrerseits wird an den Pensionsfonds verkauft. Nach Informationen aus Branchenkreisen sollen die Kassen des Pensionsfonds, in dem bisher auch noch Geld aus dem Verkauf der 74 kleinen Warenhäuser an eine Investorengruppe lagert, zu einem späteren Zeitpunkt durch eine Weiterveräußerung der durch das Privatkundengeschäft „angehübschten“ KHB wieder aufgefüllt werden.

Das mögliche Anzapfen eines Pensionsfonds aus Liquiditätsgründen halten Aktienexperten allerdings für fragwürdig. Christoph Schlienkamp, Leitender Analyst beim Bankhaus Lampe, warnte am Mittwoch vor der mangelnden Transparenz solcher Vorgänge. „Intransparenz führt außerdem immer zu unnötigen Diskussionen am Kapitalmarkt“, sagt Schlienkamp.

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