Schutz vor arabischen Konkurrenten geplant
Bund will Lufthansa den Rücken freihalten

Einem Bericht des Verkehrsministeriums zufolge will die Bundesregierung deutsche Luftfahrtunternehmen wie die Lufthansa vor aggressiven Konkurrenten aus der Golfregion wie Emirates oder Etihad schützen.

HB BERLIN/FRANKFURT. Von deren starkem Wachstum seien wesentliche Interessen deutscher Fluggesellschaften und großer Umsteigeflughäfen wie Frankfurt und München betroffen, heißt es in einem am Donnerstag bekannt gewordenen Bericht des Ministeriums. Neue Start- und Landerechte arabischer Airlines für weitere Flughäfen seien nur möglich, wenn im Gegenzug die wöchentliche Zahl der Flüge von und nach Deutschland nicht steige, heißt es in dem Reuters vorliegenden Papier. Die „Süddeutsche Zeitung“ (Freitagausgabe) berichtete. Lufthansa habe in dieser Diskussion starken Druck auf die Regierung ausgeübt.

Deutschlands führende Fluggesellschaft erklärte, sie habe ihre bekannten Bedenken und Argumente vorgebracht. Von anderweitigem Druck könne keine Rede sein, sagte ein Konzernsprecher. „Es geht uns um ein faires Marktgeschehen“, fügte er hinzu. Emirates hat 49 Flugverbindungen pro Woche zwischen Dubai und Deutschland, Lufthansa sieben. Außerdem sei Emirates eingeräumt worden, deutsche Flughäfen für Zwischenstopps zu nutzen. „Das ist weder in Frankreich noch in Großbritannien erlaubt“, sagte der Sprecher.

Emirates zählt zu den am stärksten wachsenden Airlines der Welt und steuert bislang in Deutschland die Flughäfen Frankfurt, München, Düsseldorf und Hamburg an, möchte aber zusätzliche Start- und Landerechte für Berlin und Stuttgart. Die Regierung erwäge jetzt Verhandlungen mit den Vereinigten Arabischen Emiraten. Die Zahl der möglichen Wochenflüge müsse aber auf dem heutigen Niveau von zusammen 63 für Emirates und Etihad begrenzt bleiben. Emirates erklärte lediglich, das Unternehmen freue sich nach den bisherigen Gesprächen mit der Regierung auf die weiteren Beratungen. Deutschland gehöre für das Unternehmen zu den wichtigsten Märkten.

Zusätzliche Brisanz gewinnt der Fall laut der „Süddeutschen“ durch die aktuelle Grundsatzdiskussion, ob sich Deutschland stärker gegen staatliche Investmentfonds und Unternehmen aus China, Russland und den Golfanrainern schützen sollte.

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