Schwache Geschäfte
Umsätze im Einzelhandel überraschend deutlich gefallen

Das Einkaufsklima in Deutschland ist derzeit so gut wie lange nicht mehr, doch bei den Einzelhändlern kommt das derzeit wohl nicht so richtig an. Die Umsätze im Juni enttäuschen auf ganzer Linie.
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WiesbadenDeutschlands Einzelhändler haben im Juni überraschend schwache Geschäfte gemacht. Nach einem Plus von 0,7 Prozent im Mai sanken die Umsätze im Monatsvergleich preisbereinigt um 1,5 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte. Volkswirte hatten mit einem Anstieg um 0,2 Prozent gerechnet. Nominal lag das Minus bei 1,2 Prozent.

Gegenüber Juni 2012 gingen die Umsätze real um 2,8 Prozent zurück, nominal um 1,0 Prozent. Die Statistiker betonten jedoch, dass der Juni mit 25 Verkaufstagen einen weniger hatte als der Juni des Vorjahres. Nur der Internet- und Versandhandel sowie der Handel mit Textilien, Bekleidung und Schuhen lagen im Jahresvergleich im Plus.

Von Januar bis Juni setzten die Einzelhändler nominal 1,3 Prozent mehr und real 0,1 Prozent weniger um als im ersten Halbjahr 2012. Daher sieht der Handelsverband HDE die Branche weiter auf Kurs. „Wir haben für das Gesamtjahr ein Plus von nominal 1,0 Prozent vorhergesagt und liegen voll im Plan. Die Zukunft sieht nicht finster aus“, sagte HDE-Sprecher Stefan Hertel.

Berenberg-Ökonom Christian Schulz sieht nach dem schwachen Juni-Geschäft ein Fragezeichen hinter dem erhofften Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal. Allerdings stünden die Zahlen im Widerspruch zum Konsumklima, das im Juli auf ein Sechs-Jahres-Hoch geklettert ist. Zudem seien Arbeitslosigkeit und Inflation weiterhin niedrig, während Löhne und Gehälter steigen, betonte Schulz. Im Herbst dürften die Haushalte deshalb wieder mehr Geld ausgeben.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Zit: "Allerdings stünden die Zahlen im Widerspruch zum Konsumklima ..." Also wenn ich das richtig verstehe, gibt das Konsumklima so eine Art Absichtserklärung, eine Art Stimmung an. Dagegen ist der Umsatz das, was real herausgekommen ist.
    Da sehe ich keinen Widerspruch. Schon vergessen, wie viel Regen wir diesen Juni in D hatten ? Wer geht schon gern bei Dauerregen einkaufen. Prozentual kämpften sicher nur wenige Menschen gegen die Überschwemmungen, die nötigen Neueanschaffungen werden später getätigt, sofern das Geld dafür da ist.

  • Tja, der GfK-Konsumklimaindex notiert gefühlt ja schon immer auf Kaufrauschniveau. Die tatsächlichen Einzelhandelsumsätze gehen dagegen seit Jahren zurück. Die Neigung, größere Anschaffungen zu tätigen, nimmt stetig zu, lt. Gfk-Konsumklimaindex. Gleichzeitig sinkt beispielsweise die Zahl der PKW-Neuzulassungen. Ob wohl die Einzelhandelsumsätze nicht korrekt erhoben werden? Naja, die Presse bejubelt jedenfalls regelmäßig zum Monatsende die gute Kauflaune der Deutschen, wie sie von der GfK ermittelt wird. Dann wird es wohl an der GfK nicht liegen...

  • Dem ist im Grunde nichts mehr hinzu zu fügen!
    Einige Leute bevorraten sich anhand ihrer zumeist sehr beschränkten möglichkeiten etwas - ansonsten wird nur noch das nötigste gekauft. Und da besser billig billiger am billigsten. Mehr ist nicht drin! Wovon denn? Total doofes Beispiel: Mein Mann und ich haben uns heute seit laaangem mal wieder 2 Gyrosteller mit Getränken (zusammen 17€ und nen paar zerquetschte) beim Imbiss gegönnt. Ich würde sagen, das war das finnanzielle "außer der Reihe" Großereignis des Monats.

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