Schwacher Handel
Deutsche Börse sieht Prognose in Gefahr

Der verhaltene Handel an den Finanzmärkten macht der Deutschen Börse zu schaffen. Die Unwägbarkeiten der Euro-Schuldenkrise erschweren das Geschäft. Ob das Jahresziel erreicht wird, ist unsicher.
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FrankfurtDie Deutsche Börse könnte wegen des mauen Handels an den Finanzmärkten ihre Jahresprognose verfehlen. Aufgrund des schwachen Kapitalmarktumfelds und der anhaltenden Unsicherheit über die weitere Entwicklung der Weltkonjunktur im Zusammenhang mit der Euroschuldenkrise zeichne sich ab, dass die Deutsche Börse „die Prognose-Bandbreite hinsichtlich der Nettoerlöse für das Geschäftsjahr 2012 moderat unterschreiten wird, sofern sich das Marktumfeld im zweiten Halbjahr 2012 nicht signifikant verbessern“ wird, erklärte das Unternehmen am Donnerstag in seinem Halbjahresbericht.

Bisher hatte der Konzern für 2012 Nettoerlöse von 2,15 bis 2,30 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. „Eine moderate Unterschreitung der Prognose-Bandbreite bei den Nettoerlösen würde sich entsprechend negativ auf die prognostizierte Ebit-Bandbreite sowie den Zinsdeckungsgrad auswirken“, teilte Deutschlands größter Börsenbetreiber weiter mit. Bisher hat das Unternehmen für 2012 einen Betriebsgewinn (Ebit) von 1,2 bis 1,35 Milliarden Euro vorhergesagt.

Im zweiten Quartal bewahrte die vollständige Übernahme der Derivatebörse Eurex den Frankfurter Marktbetreiber vor herben Rückschlägen. Die Umsätze lagen im Zeitraum April bis Ende Juni mit 555,0 (528,6) Millionen Euro ebenso über dem Vorjahresquartal wie der Überschuss mit 186,2 (180,5) Millionen Euro.

Die vollständige Akquisition der Eurex habe sich „als strategisch richtiger Schritt erwiesen“, erklärte Finanzvorstand Gregor Pottmeyer. „Vor dem Hintergrund des schwächeren Marktumfeldes sowie der andauernden Unsicherheit der Marktteilnehmer wird es aber zunehmend herausfordernder, Wachstum im laufenden Geschäftsjahr zu erzielen.“

Nachdem Anfang Februar die Fusion mit der New Yorker NYSE am Veto der EU-Kommission gescheitert war, hatte die Deutsche Börse AG ihre eigene Stärke betont. Viele Analysten sehen durchaus Wachstumschancen für den Konzern mit Sitz in Eschborn vor den Toren Frankfurts. So könnten Anleger wegen der aktuell extrem niedrigen Sparzinsen wieder vermehrt auf Aktien setzen. Zudem könnte die Börse davon profitieren, wenn außerbörsliche Geschäfte von Finanzunternehmen künftig strenger reguliert und an etablierten Marktplätzen abgewickelt werden.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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