Schwacher Umsatz im vierten Quartal – Sanierung der Kaufhauskette kommt nicht voran
Marks & Spencer bleibt auf seiner Mode sitzen

Das britische Traditionskaufhaus Marks & Spencer (M&S) steckt erneut in einer Krise. Nachdem der Konzern schon mit einem schwachen Weihnachtsgeschäft enttäuschte, legte er gestern Umsatzzahlen für das vierte Quartal vor, die deutlich unter den Analystenerwartungen lagen.

HB LONDON. Vor allem der Verkauf von Bekleidung lief zwischen Dezember und Ende März schlecht. Er ist das Herzstück des 110 Jahre alten Kaufhauses. Die Börse reagierte sofort: Der Aktienkurs von M&S sank in London bis zum Nachmittag um mehr als 4 %.

Der neue Firmenchef Roger Holmes kündigte umgehend weitere Sparprogramme an, um das Unternehmen flott zu machen. Erst Anfang des Monats hatte M&S den Abbau von 1 000 Stellen in der Verwaltung sowie bei Finanzdienstleistungen beschlossen. Der Sparkurs könne die schwachen Umsätze im Ergebnis ausgleichen, hofft der britische Konzern.

Der Vorsteuergewinn für das abgelaufene Geschäftsjahr werde darum wie erwartet ausfallen. Nach Worten von Finanzchef Alison Reed dürfte er bei 750 Mill. Pfund liegen. Die Investmentbank Cazenove kürzte nach Vorlage der Quartalsbilanz die Vorhersage für den Jahresgewinn von M&S um 50 auf 800 Mill. Pfund. Der Kaufhauskonzern legt die Bilanz Ende Mai vor.

M&S war einst das führende Bekleidungshaus in Großbritannien. Mit einer eher altmodischen Kollektion sowie mit einem teuren Expansionskurs im Ausland geriet der Anbieter jedoch Ende der neunziger Jahre in eine erste Krise. Als Sanierer wurde Anfang 2000 der Belgier Luc Vandevelde geholt, der alle Filialen im Ausland schloss und den Verkauf von Lebensmitteln vorantrieb. Mit dem Rückzug auf die Insel und mit dem Einstieg in neue Verkaufssegmente wie Möbel schien der Neubeginn zu klappen: Umsätze und Aktienkurs erholten sich.

Vandevelde zog sich vor einigen Monaten als Halbtagskraft auf den Posten des Chairmans zurück und übergab die Führung des Tagesgeschäfts an Holmes. Doch viele Aktionäre fordern, dass Vandefelde sich für die Neuordnung bei M&S weiter intensiv engagiert. Er geriet daher in die Kritik der Anleger, als er jüngst noch einen Aufsichtsratsposten bei seinem früheren Arbeitgeber, dem Supermarktriesen Carrefour, übernahm.

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