Schwaches Passage-Geschäft: Lufthansa steuert auf harte Zeiten zu

Schwaches Passage-Geschäft
Lufthansa steuert auf harte Zeiten zu

Die Lufthansa hat trotz niedriger Spritkosten im Passagiergeschäft deutlich weniger Gewinn gemacht. Der neue Chef Carsten Spohr stellt die 120.000 Mitarbeiter des Konzerns auf weitere Einschnitte ein.
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Der neue Lufthansa -Chef Carsten Spohr stellt die 120.000 Mitarbeiter des Konzerns angesichts sinkender Gewinne, unerbittlicher Konkurrenz und rebellischer Piloten auf harte Zeiten ein. „Wir müssen schneller und schlanker werden“, sagte der seit zehn Monaten amtierende Konzernchef am Donnerstag. Die Lufthansa müsse angesichts hoher Investitionen in Flugzeuge und Service die Ergebnisse steigern.

2014 war der operative Gewinn der Sparte Lufthansa Passage, die vor allem das Geschäft der Traditions-Fluglinie und der Billigtochter Germanwings umfasst, trotz niedrigerer Treibstoffkosten um elf Prozent auf 252 Millionen Euro gefallen. Der Bereich stellt mit 17 Milliarden Euro mehr als die Hälfte des Gesamtumsatzes.

Spohr-Vorgänger Christoph Franz hatte Europas größtem Luftfahrtkonzern vor einigen Jahren einen umstrittenen Konzernumbau auferlegt, dem unter anderem 3500 Jobs zum Opfer fallen. Die Erfolge in Form eines Ergebnisplus 2,5 Milliarden Euro seien jedoch durch steigende Kosten und sinkende Durchschnittserlöse im Fluggeschäft nahezu komplett aufgezehrt worden. Anleger waren nicht begeistert: Die Dax-Titel verloren zwei Prozent.

Der Konzern strich den Aktionären bereits vor drei Wochen die Dividende für 2014. Grund waren tiefrote Jahreszahlen: Unter anderem wegen Fehlkalkulationen bei Absicherungsgeschäften für Kerosin stand nach deutscher Rechnungslegung (HGB) unter dem Strich ein Verlust von 732 Millionen Euro. Für dieses Jahr erwartet Spohr ein bereinigtes operatives Ergebnis (adjusted Ebit) von 1,5 Milliarden Euro nach 1,2 Milliarden Euro 2014.

Die Lufthansa kämpft seit Jahren mit der harten Konkurrenz am Himmel, vor allem durch schnell wachsende Airlines aus dem Nahen Osten und Billigrivalen. Voriges Jahr senkte der Konzern zwei Mal seine Gewinnprognose. Die Entwicklung der Durchschnittserlöse dürfte dieses Jahr „deutlich negativ“ verlaufen, sagte Finanzchefin Simone Menne. „Der Wettbewerb wird nicht schwächer.“ Die Wende soll die neue Günstig-Airline Eurowings bringen, die im Spätherbst auf Strecken innerhalb Europas und auf Langstreckenverbindungen an den Start geht. Die Kosten sollen 40 Prozent unter denen der angestammten Kranichlinie liegen.

Allerdings gehen Teile der Belegschaft, vor allem die Piloten, dagegen auf die Barrikaden. In dem seit knapp einem Jahr tobenden Konflikt legten die Flugzeugführer die Arbeit bereits elf Mal nieder. Der Schaden durch diese und andere Streiks belief sich im vorigen Jahr auf 230 Millionen Euro. Mittlerweile seien die Seiten aber wieder in Gesprächen, sagte Spohr. Der Ausgang sei jedoch ungewiss.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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