Schwarze Null für das Gesamtjahr?
Deutsche Lufthansa verfehlt Erwartungen

Die Lufthansa hat im dritten Quartal 2003 einen operativen Gewinn von 200 Millionen Euro erwirtschaftet und damit die Erwartungen von Branchenexperten nicht erfüllt. Für das Geschäftsjahr 2003 erwartet der Konzern ein nahezu ausgeglichenes operatives Ergebnis.

HB FRANKFURT. Nach neun Monaten sei der aus dem von der Lungenkrankheit Sars belasteten ersten Quartal stammende operative Verlust auf 154 Millionen Euro verringert worden, teilte die Fluggesellschaft am Dienstag in Frankfurt mit. Vor Jahresfrist hatte die Lufthansa noch einen operativen Gewinn von 790 Millionen Euro erwirtschaftet. Wegen außerplanmäßiger Abschreibungen in Höhe von 150 Millionen Euro im Bereich Catering und eines verschlechterten Finanzergebnisses sei nach neun Monaten ein Vorsteuerverlust von 366 Millionen Euro verbucht worden. 2002 lag der Vorsteuergewinn nach neun Monaten bei 650 Millionen Euro.

Unter dem Strich habe die Fluggesellschaft in den ersten neun Monaten 409 Millionen Euro Verlust gemacht, teilte der Konzern weiter mit. In den ersten drei Quartalen 2002 hatte das Unternehmen dagegen noch einen Gewinn von 344 Millionen Euro erwirtschaftet. Branchenexperten hatten für das dritte Quartal 2003 einen operativen Gewinn von 275 Millionen Euro erwartet. Zum Ausblick erklärte Lufthansa, der Konzern erwarte für das Gesamtjahr 2003 ein nahezu ausgeglichenes operatives Ergebnis. Mitte Oktober hatte ein Lufthansa-Vorstand erklärt, möglicherweise werde das Unternehmen trotz der Branchenkrise eine schwarze Null schreiben können.

Schwierigkeiten mit Thomas Cook

Die Lufthansa wird noch immer von dem sehr schwachen ersten Quartal belastet, in dem sie wegen der Lungenkrankheit Sars und den Auswirkungen des Irak-Krieges einen Betriebsverlust von 415 Millionen Euro ausgewiesen hatte. Besonders stark leidet der Konzern derzeit unter dem Einbruch der Erlöse im Kontinentalverkehr, wo er durch die zunehmende Konkurrenz der Billigfluggesellschaften unter Druck geraten war.

Auch die Schwierigkeiten des Reisekonzerns Thomas Cook, der jeweils zur Hälfte zur Lufthansa und Karstadt-Quelle gehört, setzen der Fluggesellschaft zu. Die beiden Mutterkonzerne hatten sich vergangene Woche überraschend vom Vorstandsvorsitzenden und dem Finanzchef von Thomas Cook getrennt. Die Gesellschafter zogen damit die Konsequenzen aus der Krise des Reisekonzerns, der die Bilanzen von Lufthansa und Karstadt-Quelle mit seinen Verlusten belastet.

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